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Die Große  von Sankt Ursula von 1508 hat einen Riss.
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Die Große von Sankt Ursula von 1508 hat einen Riss.

Oberursel

Maria Krafft muss in Pflege

Mehr als 500 Jahre hängt sie schon im Turm von St. Ursula hoch über der Altstadt. Doch ausgerechnet zum Hessentag kann die „Große Glocke“ von Sankt Ursula nicht geläutet werden.

Von Jürgen Streicher

Sie hat das große Feuer im Dreißigjährigen Krieg und den Absturz überstanden. Und sie wird auch diese Schwäche überleben. Allerdings nicht ohne Pflege. Die „Große Glocke“, nach ihrem Gießer Georg Krafft und ihrer Weihe zu Ehren Marias auch „Maria Krafft“ genannt, muss vom Turm und in einem Spezialverfahren in Nördlingen bei Ulm geheilt werden.

Einem auswärtigen Besucher der Stadt war der leichte Misston in der typisch mittelalterlichen Klangfärbung des Glocken-Quartetts aufgefallen. Eine E-Mail erreichte den Verwaltungsrat, er handelte schnell. Eine Untersuchung mit dem Glockensachverständigen des Bistums Limburg brachte es schließlich an den Tag – der Glockenmantel hat einen Riss. Seit Wochen schon kann die große Glocke nicht mehr geläutet werden.

„Wir müssen vor dem Hessentag reagieren und wir müssen kurzfristig entscheiden“, sagt der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Joseph Henrich. Und wieder muss er 35000 Euro auftreiben, kaum sind die jüngsten Sanierungsarbeiten im Innenraum abgeschlossen. Rund 430000 Euro hat das gekostet und war lediglich Pflichtprogramm zum Erhalt des Wahrzeichens ohne jegliche Kür.

Wer die aufwendigen Schweißarbeiten in Nördlingen zahlt, ist noch nicht geregelt. Die Kirche setzt wie so oft auf Spendenaktionen, Patenschaften, ein bisschen auch auf die Stadt und andere Sponsoren. Der Freundeskreis St.Ursula-Kirche e.V. unterhält für solche Zwecke ein Dauer-Spendenkonto. Und der Hessentag dürfte auch viele potenzielle Spender auf den Kirchhof führen, wo viel Programm geplant ist.

Bis dahin soll die Glocke schon unten sein. Wie zuletzt 1986, als ebenfalls ein Riss verschweißt werden musste. Mit einem Spezialkran wird die 2,6 Tonnen schwere Glocke dann aus einem Fenster in 25 Meter Höhe nach draußen gehievt und nach unten befördert. Abtransport, Schweißen, Rücktransport, Montage – bis zur erneuten Glockensegnung werde ein halbes Jahr vergehen, schätzt Joseph Henrich. Beim Hessentag werde „Maria Krafft“ also nicht läuten. Henrich: „Das macht aber nix, wir haben genug Glocken, das merkt keiner.“

Aus dem Jahr 1508 stammt die „Große Glocke“, zum 500. Jubiläum 2008 wurde letztmals das Stück von der befreiten Glocke aufgeführt. Auch darin geht es um Bürgersinn. Und darum, wie zwei Oberurseler 1645 das Schmuckstück vor dem Verkauf und für die Stadt retteten.

Spendenkonto: Taunus-Sparkasse Kto.-Nr. 007 092 008, BLZ 512 500 00

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