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Mann entblößt sich vor Mädchen

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Das Amtsgericht in Usingen verurteilt einen 33-Jährigen wegen Exhibitionismus zu 2000 Euro Geldstrafe. Er hatte die Tochter eines Freundes belästigt.

Von Sabine Maurer

Es waren nur wenige Sekunden, doch sie haben das Leben eines zehnjährigen Mädchens bis heute verändert. Der Vater ihrer besten Freundin zog vor ihr die Hose herunter, zeigte ihr seine Geschlechtsteile und machte anzügliche Bemerkungen. Diese Woche wurde der 33-Jährige vom Usinger Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 2000 Euro verurteilt.

„Das ist nicht spurlos an dem Kind vorbei gegangen. Das Mädchen hat nach wie vor mit der Situation zu tun“, machte der Richter deutlich. Der Mann habe ein Vertrauensverhältnis missbraucht und zerstört. Dies sei kein Bagatelldelikt.

Der Angeklagte stritt die Tat rundherum ab. Das Mädchen sei vielleicht wütend auf ihn gewesen, vermutete er. Schließlich habe er ihr gesagt, dass sie wegen schlechter Schulnoten nicht mehr so häufig mit seiner Tochter spielen dürfe. Der Richter glaubte dieser Darstellung nicht.

Eine Psychologin erstellte ein ausführliches Glaubwürdigkeitsgutachten über das Mädchen. Und das sprach eine eindeutige Sprache. Die Reaktionen des Mädchens auf das überraschende Ausnutzen einer vertrauten Situation seien glaubwürdig. Hätte das Mädchen alles nur erfunden – etwa, um Aufmerksamkeit zu bekommen – würde es sich ganz anders verhalten, so die Gutachterin weiter.

Passiert war die Tat Ende Januar. Das Mädchen war wie häufig zu Gast bei ihrer Freundin. Der Vater passte auf die beiden auf, er saß am Computer. Als seine Tochter das Zimmer verließ und die Freundin sich zu ihm stellte, zog er seine Hose herunter und fragte sie, wo „seine Eier“ seien. Das geschockte Kind lief zurück zum Fernseher, wo ein Beitrag über Kinder lief. Leise sagte sie, dass sie später auch einmal Babys haben wolle. „Komm her. Dann machen wir eines“, sagte der 33-Jährige.

Sein Verteidiger beantragte Freispruch. Es gebe Zweifel an der Aussage des Mädchens. Das sah die Staatsanwältin anders. Sie beantragte eine Geldstrafe von 4500 Euro. Diese Summe ergibt sich aus 150 Tagessätzen à 30 Euro. Auch sie hatte in der Verhandlung einen positiven Eindruck von dem Mädchen gewonnen. „Das war ihr alles offensichtlich peinlich.“

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