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Reimund Boderke
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Reimund Boderke

Ausstellung Reimund Boderke

Malend in der Kalahari

Der Bad Homburger Maler und Galerist Reimund O. Boderke hatte schon immer ein Faible für die Natur. Das künstlerische Ergebnis davon ist ab sofort in der Englischen Kirche zu sehen.

Von Dieter Hintermeier

Reimund O. Boderke hat vom heutigen, postmodernen Kunstbetrieb eine dezidierte Auffassung. „Das meiste ist für den Schrotthaufen“, stellt der Bad Homburger Maler und Galerist seiner Zunft ein desolates Zeugnis aus. Doch trotzdem gibt es hier und da noch Lichtblicke im Gewerbe. Einer davon dürfte die Ausstellung „Dialoge mit der Natur“ sein, die der Bad Homburger Magistrat in Zusammenarbeit mit der Galerie in der Zehntscheune ab heute in der „Englischen Kirche“ präsentiert. Im Mittelpunkt stehen die Werke von Boderke.

Seit seiner Kindheit ist der 72-Jährige in „Zwiesprache mit der Natur“, sagt er. Folglich gehörten deshalb auch „Naturstücke“ regelmäßig zu seinem frühen malerischen Schaffen. Die künstlerische Inspiration kam, so Boderke, vom Vater, der als Lehrer die musischen Fächer an Volks- und Realschulen im ehemaligen Schlesien unterrichtete.

Nach seiner Schulzeit, die er in Marburg und Bad Homburg verbrachte, blieb Boderke seinen künstlerischen Neigungen treu und steuerte auf die Werbebranche zu. Dort erlebte er, wie er sagt, 30 spannende und erfolgreiche Jahre in Düsseldorfer und Frankfurter Agenturen, bis ihm zum Schluss doch ein „berufliches Desaster zu einem Neuanfang zwang“.

Boderke fasst diesen entscheidenden Lebensabschnitt so zusammen: „Ich also bewaffnet mit Leinwand, Bindemittel und den Resten meines Optimismus. Sechs Wochen malend mit Sand und Erde in Kalahari und Namib genügten für den Reinigungsprozess. Das Ergebnis war die Neuausrichtung mit Kunst. Mit der doppelten Zielsetzung als Galerist und Maler.“

Nach diesem sinnstiftenden Paukenschlag warf Boderke sein ganzes künstlerisches Potenzial in die Waagschale und studiert Malerei bei Matthias Gessinger in Wiesbaden sowie Kunstgeschichte an der Frankfurter Goethe Universität. Mit diesem theoretischen Rüstzeug wagte sich Boderke in die, wie er es nennt, „experimentelle Reise“ in die Kunst. „Ich habe mein Experimentieren mit Malmitteln und manchmal auch mit Mitteln, die man nicht als Malmittel ansprechen kann, immer wieder ausgereizt“, sagt er.

Boderke begreift die Kunst nicht als Abbild der Natur, sondern will im Sinne von Kandinsky das Geistige in der Natur herausfiltern. In seinem Atelier hat er über 100 Sand- und Erdproben aus aller Welt gesammelt, mit denen er fast ausschließlich seine Materialbilder komponiert und collagiert hat.

Den „Mensch“ findet man in Boderkes Arbeiten selten.“Ich habe für meine Arbeit einen indirekten Weg gewählt. Der Mensch ist zwar physisch kaum präsent, aber die Spuren seines Daseins“, erklärt er.

Seine aktuellen Werke zeigen mehr Farbigkeit, das eine oder andere Mal auch expressionistische. Seine „Naturstoffe“ Erde und Sand verwendett er dabei zurückhaltender. Auf die Collage-Technik aber setzt der Bad Homburger Künstler weiter.

Die Ausstellung „Dialoge mit der Natur: Reimund O. Boderke“ ist von Freitag, 28. Januar, bis zum 6. Februar im Kulturzentrum Englische Kirche am Ferdinandsplatz während der Veranstaltungen sowie samstags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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