1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Mädchen mit eigenem Roman

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Fabian Böker

Kommentare

Lehrerin Präckel (rechts) und ihre Mädchen haben begeistert an dem Roman geschrieben.
Lehrerin Präckel (rechts) und ihre Mädchen haben begeistert an dem Roman geschrieben. © Michael Schick

25 Schülerinnen der Maria-Ward-Schule haben einen gemeinsamen Roman geschrieben, der am Samstag, 30. Januar, der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Schreiben, das gehört für Schüler zum Alltag. Den Mädchen der Maria-Ward-Schule geht es da nicht anders. 25 Schülerinnen der heutigen Klasse 9c standen vor den letztjährigen Sommerferien aber vor einer Premiere: Sie setzten sich an einen gemeinsamen Roman. Der liegt unter dem Namen „Der nächste Hinweis“ mittlerweile in gedruckter Form vor und soll auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Von Hawaii zum Himalaya, von da weiter nach Mallorca, anschließend ins polnische Dorf Stobno, später noch ein Helikopter-Flug von Salt Lake City ins österreichische Tschagguns, bevor das Nordkap angesteuert wird. Was wie eine abenteuerliche Reise anmutet, ist genau das. In den Hauptrollen: Fünf junge Menschen, die diese Reise gewonnen haben und am Ende auf den Gewinn von 100 000 Dollar hoffen. Sie alle sind genau so der Fantasie der 25 Schülerinnen der damaligen 8c entsprungen wie die Reise mit ihren Stationen.

Sie führt die Protagonisten nach Helsinki und Cannes, nach Paris und Dublin, nach Athen und Wien, nach Venedig und Kreta. 25 Schülerinnen, 25 Orte, 25 Kapitel. Das Konzept des Buchprojektes wird da deutlich: „Jedes Mädchen sollte ein Kapitel beitragen“, erklärt Christine Präckel, die als Deutschlehrerin der 8c die Idee zum Buch hatte. „In den letzten Wochen vor den Ferien haben wir immer Zeit, etwas Besonderes zu machen“, sagt sie.

Viele Vorgaben gab es nicht. Die Schülerinnen konnten den Ort ihres Kapitels frei wählen. So hat sich Alina Netz-Waldeck für Venedig entschieden, „weil das meine Lieblingsstadt ist“. Aus dem selben Grund fiel die Wahl von Anna Zdanowicz auf New York. Anneleena Möller wiederum lässt ihre Geschichte in Helsinki spielen, weil ihre Familie da herkommt. Bei Ann-Christin Kaiser ist es so, dass viele Familienmitglieder in Phoenix wohnen – da reisen Lasse, Nala, Aurora, Ben und Kelly also auch hin.

Was sie genau erleben, wurde ebenfalls nicht vorgegeben. So gibt es Verfolgungsjagden, einen Mord, sprechende Drachen und eine Shopping-Tour. „Fantasy, Krimi, viele Genres sind vertreten“, so Präckel.

Den Weg bis zum letzten Kapitel konnte jedes Mädchen ganz individuell bestreiten, nur die Übergänge mussten passen. Da gab es dann Absprachen unter den Schülerinnen, ansonsten hat jede für sich zu Hause an dem Buch gearbeitet. „Am Ende sind es 25 Kurzgeschichten, die auch für sich stehen könnten“, fasst Lehrerin Präckel zusammen. Die meiste Arbeit stand nach Abgabe der Texte an: Korrektur lesen während der Ferien, die Texte zusammen mit den Zeichnungen von Schülerin Vivien Kirschall layouten, alles drucken lassen.

Ende Dezember hielten die Mädchen dann ihr Exemplar in den Händen. Und waren begeistert. Auch über das Projekt an sich. Schülerinnen, die sich sonst im Unterricht schwer tun, längere Texte zu schreiben, brachten plötzlich mehrere Seiten zu Papier, weiß die Lehrerin zu berichten. Und Schülerin Vivien Kirschall sagt: „Ich hätte mir so etwas vorher nicht zugetraut.“

Wie zur Bestätigung erzählt sie, dass sie kürzlich erst begonnen hat, eine weitere, längere Geschichte zu schreiben. Und ihre Mitschülerin Helena Lena geht sogar noch einen Schritt weiter: „Ich habe mit einem eigenen Buch angefangen.“

Auch interessant

Kommentare