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Steffen Bonk (Mitte) wird am 1. Juli sein neues Amt als Rathauschef antreten.

Neuer Bürgermeister

FDP und SPD machen in Steinbach gemeinsam weiter

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Dem neuen Bürgermeister Steffen Bonk (CDU) fehlt eine eigene Mehrheit im Stadtparlament. Er ist dennoch zuversichtlich, dass eine gute Zusammenarbeit gelingt.

Wären nur die Stimmen im Bürgerhaus ausgezählt worden – Moritz Kletzka hätte die Sensation geschafft und wäre mit gerade einmal 26 Jahren neuer Bürgermeister von Steinbach geworden. In allen drei Bürgerhaus-Wahllokalen lag der Steinbacher SPD-Vorsitzende in der Stichwahl am Sonntag vor seinem Kontrahenten Steffen Bonk (CDU).

Punkten konnte Kletzka demnach vor allem in den Wohnblocks rund um Hessenring und Berliner Straße; Bonk hingegen fand mehr Zuspruch in den kleinteiliger bebauten Gebieten. Vor allem aber hatte er eine klare Mehrheit der Briefwähler auf seiner Seite – mit 596 zu 359 Stimmen gaben sie letztlich den Ausschlag zugunsten des 38-Jährigen.

Steffen Bonk selbst sieht seine Erfahrung als Führungskraft in der Verwaltung als entscheidenden Faktor an. Seit 2011 ist er Hauptamtsleiter im Steinbacher Rathaus, 2015 kam noch das Sozialamt hinzu. Politisch aktiv war er bislang aber in der Mainstadt Flörsheim. Als Stadtverordnetenvorsteher erlebte Bonk dort am Beispiel des inzwischen abgewählten Michael Antenbrink (SPD) hautnah mit, welche Probleme ein Bürgermeister ohne eigene Parlaments-Mehrheit bekommen kann.

In Steinbach regiert seit der vergangenen Kommunalwahl eine Koalition aus FDP und SPD. Sowohl Kletzka wie die kommissarische Parteivorsitzende der Freien Demokraten, Simone Horn, bestätigten der FR, dass sie das Bündnis fortsetzen wollen. Bonk bemüht sich deshalb bereits jetzt um Kooperation. Er werde möglichst bald alle Fraktionsvorsitzenden zu einem Treffen einladen, um einen Modus der Zusammenarbeit zu finden, kündigt er an. Er wolle den „Austausch intensivieren“. Ähnliches hatte der CDU-Vorsitzende Jonny Kumar bereits am Wahlabend für die Ebene der Parteichefs angekündigt.

Auch FDP und SPD versichern, dass sie an einem Miteinander mit dem neuen Bürgermeister interessiert sind. Sie sei zuversichtlich, dass man „sachlich gut zusammenarbeiten“ werde, sagt Simone Horn. Schließlich habe es in den Wahlprogrammen der Bürgermeisterkandidaten keine gravierenden Differenzen gegeben. Auch Moritz Kletzka beteuert, dass seine Partei mit dem neuen Rathauschef gemeinsame Lösungen suchen wolle. Allerdings betont er auch: „Die Koalition gibt die Politik vor.“

Steffen Bonk sieht vor allem drei Themen: eine Machbarkeitsstudie für Neubau oder Sanierung von Rathaus und Feuerwehrhaus, eine weitere Kindertagesstätte und der Rückkauf eines Teils der Wasserversorgung von den Stadtwerken Oberursel.

Er selbst werde sich darüber hinaus für Verbesserungen im öffentlichen Personennahverkehr einsetzen. Das sei für ihn ein „Herzensanliegen“, aber auch von vielen Bürgern im Wahlkampf angesprochen worden.

Und natürlich werde er auch mit den Verantwortlichen in der großen Nachbarstadt Frankfurt das Gespräch über deren Pläne suchen, vor den Toren Steinbachs einen neuen Stadtteil zu errichten. Wobei seine Haltung die gleiche sei wie die seines Vorgängers Stefan Naas: An der A5 müsse die Bebauung enden. Da gibt es auch für Steffen Bonk kein Vertun.

Der neue Rathauschef wird sein Amt am 1. Juli antreten. Bis dahin will er bereits sein erstes Wahlversprechen erfüllt haben: den Umzug von Flörsheim nach Steinbach. Der Mietvertrag sei bereits „per Handschlag besiegelt“, sagte er gestern im Gespräch mit der FR. In den kommenden Tagen will er sich aber erst einmal gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin im Urlaub vom Wahlkampfstress erholen.

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