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Oberursel

Maasgrundweiher wird öko

  • VonJürgen Streicher
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Das Naherholungsgebiet soll für 630 000 Euro saniert werden, während die Stadt trotzdem Geld sparen soll.

Damit die Fördermittel sprudeln, soll sogar ein Mönch eingebaut werden. So wird ein Bauwerk in einem Teich bezeichnet, das den Ablauf von sauerstoffarmem Wasser fördert und gleichzeitig sauerstoffreiches Oberflächenwasser bewahrt. Der Maasgrundweiher, in den 50er Jahren im Grünzug Maasgrund im Westen der Stadt ausgebuddelt, braucht dringend Sauerstoff.

Seit 2014 schon wird er über ein Druckschlauchsystem mit Mikrolochungen künstlich beatmet, um gegen ungünstige Schlammablagerungen vorzugehen, die dem Leben im Wasser und vor allem dessen Qualität nicht förderlich sind. Nun soll der Weiher sozusagen grundsaniert werden, um ihm eine gedeihliche Zukunft zu sichern.

Stadtparkentwicklung ist das Stichwort, der Weiher mit der kleinen Insel ist bei den Oberurselern äußerst beliebt, hat einen hohen Freizeitwert und ist Teil einer wichtigen Naherholungsfläche am Übergang zum Stadtwald. Jogger und Radler umrunden ihn weiträumig, Dutzende Hundeausführer passieren seine Ufer täglich, Modellbootbauer gehen dort ihrem Hobby nach und lassen ihre Schiffe dort kreuzen. Zu Pfingsten trifft sich dort alljährlich eine internationale Szene zu Wettfahrten mit großem Publikumszuspruch.

Und im Rahmen des Kulturprogramms „Orscheler Sommer“ gehört das legendäre Fischerstechen stets zum Highlight mit hohem Spaßfaktor. In den ruhigeren Stunden treffen sich an seinem Ufer die Angler und im Winter die Pirouettendreher und Eishockeyspieler.

Von der Bewilligung von Fördermitteln hängt nun ab, was das Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung mit Ausnahme der AfD einstimmig beschlossen hat: Entweder eine umfassende Frischzellenkur für das knapp 50 Jahre alte Gewässer, deren Kosten derzeit auf 630 000 Euro taxiert werden. Viel Geld für den knappen Haushalt, und doch soll die Stadt so besser davonkommen als bei der ursprünglichen Planung.

Da war von 255 000 Euro die Rede, aber alleine von der Stadt zu stemmen. Für die umfassende Sanierung wird eine Förderquote von 80 Prozent erwartet, die Stadt stünde dann nur noch mit rund 126 000 Euro in der Pflicht. Bessere Aufwertung für weniger Geld, dieses Geschäft würde die große Mehrheit im Parlament gerne machen. Die Umsetzung des Beschlusses zu den einzelnen Maßnahmen darf deshalb nur erfolgen, wenn die Fördermittel bewilligt werden.

Für die große Variante der Sanierung eingeplant sind Uferrandsicherung, ökologische Aufwertung des Gewässers durch Anreicherung mit differenzierten Habitatstrukturen, der Bau eines Besucherstegs und einer Steganlage für den Modellboothafen. Komplettiert durch gezielte themenspezifische Informationstafeln zur „pädagogischen Aufwertung des Freizeitgewässers“. Schulen und Kindergärten sollen hier „Schutz durch Identifikation mit dem Teich“ vermitteln.

Dies alles, so heißt es, wird gebraucht, damit die geplante Maßnahme im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie förderfähig ist. Dafür sind eine wasserrechtliche und eine naturschutzrechtliche Genehmigung erforderlich. Die Beantragung der formalen Genehmigung erfolgt noch im Sommer, die Untere Wasserbehörde des Hochtaunuskreises hat Zustimmung signalisiert, heißt es in der vom Parlament beschlossenen Magistratsvorlage. Ab Herbst 2019 könnte die Umsetzung erfolgen und der Weiher im Frühjahr 2020 sein neues Gesicht zeigen.

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