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Den Maasgrund kaufen

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Klassiker mit Lokalkolorit: Oberurseler Monopoly.
Klassiker mit Lokalkolorit: Oberurseler Monopoly. © M. Müller

Für Spiele-Fans: Es gibt jetzt Monopoly-Varianten mit den Straßen von Oberursel oder Bad Homburg.

Von Jürgen Streicher

Das Feld für die Zusatzsteuer scheint strategisch dort platziert, wo das meiste Geld zu holen ist. Ein stilisierter Tresor glänzt zwischen den beiden teuersten „Straßen“, dem Oberurseler Marktplatz und dem Wohnviertel Maasgrund. Sie entsprechen der noblen Schlossallee und der Parkstraße im richtigen Monopoly.

Das berühmte Spiel gibt es jetzt auch in einer Variante mit Oberurseler Straßen und Bahnhöfen sowie in einer weiteren mit den Straßen Bad Homburgs.

Hat es sich der Oberurseler Stadtkämmerer Thorsten Schorr etwa beim Monopoly-Spielen zu Hause mit der Familie ausgedacht, die Zusatz-Grundsteuer zu erheben? Hundert Monopoly-Dollar sind beim Betreten des Zusatzsteuer-Feldes an die Bank zu zahlen. Der Kämmerer will 2012 von allen privaten Grundstücksbesitzern in Oberursel Geld – je nach Grundstücksgröße zwischen 100 und 350 Euro im Jahr.

Wie im richtigen Leben kassieren auch im Spiel die Stadtwerke richtig ab. Wird ein Spieler per „Ereigniskarte“ dorthin geschickt, kann der Besitzer der Stadtwerke-Spielkarte das Zehnfache der gewürfelten Augenzahl in Monopoly-Dollar verlangen, wenn ihm auch das Elektrizitätswerk gehört, sonst immerhin das Vierfache.

Hohe Studiengebühr

Da hilft eigentlich nur die „Gemeinschaftskarte“, die zum zweiten Platz bei der Wahl zur Brunnenkönigin gratuliert. Dafür zahlt die Bank zehn Monopoly-Dollar aus.

Wer Spiele mit Lokalkolorit mag, für den passen die Oberurseler oder die Bad Homburger Variante perfekt unter den Weihnachtsbaum. Wer schon immer mal Haus und Hotel im Maasgrund oder am Epinayplatz, in der Kurpark-Brunnenallee oder an der Kaiser-Friedrich-Promenade besitzen wollte, kann seine Immobilienträume unbeeindruckt von städtischen Steuereintreibern am Spielbrett ausleben.

Die Studiengebühr von 50 Monopoly-Dollar für die Lutherische Theologische Hochschule in Oberursel sind schnell verkraftet, wenn man beim Mitspieler für die Nutzung von U- und S-Bahnhöfen abkassieren kann.

Der zweite Platz beim Bad Homburger Kurparklauf bringt immerhin zehn Monopoly-Dollar ein, das Gewinnspiel einer örtlichen Zeitung ebenfalls ein paar Kröten.

Durchaus möglich, dass unter kurstädtischen Weihnachtsbäumen einige Spielbretter mit der Erlöserkirche und dem Landgrafenschloss im Mittelpunkt liegen, mit Gotischem Haus, Saalburg und Teehaus im Gustavsgarten an den Rändern.

Allein im Karstadt auf der Louisenstraße wurden schon mehr als 600 Spiele des Bad Homburg-Monopoly verkauft, die zweite Charge ist gerade eingetroffen.

Und in Oberursel hat der Hessentag zum Boom beigetragen, das Spiel wurde passend dazu aufgelegt.

Frei parken, wie das ein Eckfeld bei beiden Spielen suggeriert, ist allerdings in beiden Städten im richtigen Leben nur noch an der Peripherie möglich. Im Homburger Hardtwald etwa, der allerdings etwas schamhaft ausgeklammert wird.

Das Bad Homburger Äquivalent zur Schlossallee und zur Parkstraße sind nicht der Philosophenweg oder der Köhlerpfad, sondern die Kaiser-Friedrich-Promenade und die Brunnenallee.

Monopoly mit Bad Homburger oder Oberurseler Straßen, das Spiel kostet jeweils 39,99 Euro.

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