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Luxuswohnungen in der Lodge

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Die denkmalgeschützte Mountain Lodge soll einen gläsernen Anbau bekommen.
Die denkmalgeschützte Mountain Lodge soll einen gläsernen Anbau bekommen. © privat

Bislang war sie ein Ladenhüter, doch jetzt soll es ganz schnell gehen: Ein Gießener Investor kauft das frühere US-Offizierscasino Mountain Lodge im Camp King. Von Anton J. Seib

Von Anton J. Seib

Am Ende ging dann alles ganz schnell. Vor drei Wochen entschloss sich der Gießener Projektentwickler Oliver Kuhn, die Mountain Lodge im Camp King zu kaufen und zu einer Luxuswohnanlage umbauen zu lassen. Gemeinsam mit seinem Bruder Stefan, der im Camp King lebt, und anderen Partnern gründete Kuhn die Mountain Lodge Grundstücks GmbH, vergangenen Freitag wurde der Kaufvertrag mit der Stadt beurkundet und noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen. Die Anlage soll bis Ende 2011 bezugsfertig sein.

"Wir haben Tempo gemacht, und die Stadt ist dieses Tempo dankenswerterweise mitgegangen", sagte Oliver Kuhn gestern bei der Präsentation des Projekts. Sollten auch die Denkmalschützer mitziehen, könnte die Mountain Lodge bald aus dem fast zwanzigjährigen Dornröschenschlaf erwachen.

Luxuswohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 100 und 200 Quadratmetern wollen die Investoren in das Fachwerkgebäude aus den 1930er Jahren bauen, das nach dem Zweiten Weltkrieg als Offizierscasino der US-Armee diente. Dazu müsste allerdings die Südfassade mit einem gläsernen Anbau versehen werden, um den künftigen Bewohnern des exponiert liegenden Hauses einen Blick auf den Park zu ermöglichen.

Geplant sind zehn Wohnungen, vom barrierefreien Wohnen im Erdgeschoss über Maisonette-Wohnungen in den Zwischenetagen bis hin zu Lofts im Dachgeschoss mit Panorama-Blick bis Frankfurt.

"Wir arbeiten viel mit Glas, Holz und Naturstein", erklärte Architekt Björn Trieschmann (Gießen). Trotz der geplanten Eingriffe mit einer "extrem geradlinigen Architektur" wolle man das Gesamtbild der Lodge nicht stören. Ein Hingucker wird das riesige historische Treppenhaus sein, über das die Wohnungen zu erreichen sind. Es soll weitgehend im Original erhalten bleiben.

Insgesamt wird das Gebäude nach dem Umbau eine Nutzfläche von 1400 Quadratmetern haben. Die Kaufpreise, deren genaue Höhe noch nicht feststehen, dürften sich angesichts der Investitionssumme von mehreren Millionen Euro im oberen Segment bewegen. Unklar ist derzeit noch, ob die Wohnungen vermietet oder verkauft werden sollen.

Das Projekt steht allerdings noch immer unter einem Vorbehalt. Am morgigen Donnerstag gibt es ein Treffen zwischen Investoren und der Denkmalschutzbehörde. Oliver Kuhn ist zuversichtlich. "Rund um die Mountain Lodge wurden bereits historische Gebäude mit modernen Anbauten versehen und von den Denkmalschützern ausdrücklich genehmigt", sagt Kuhn und fürchtet deswegen keine unüberwindlichen Hindernisse.

Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) zeigte sich erleichtert über den Verkauf der Mountain Lodge, über deren Zukunft jahrelang diskutiert worden war. Die Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Oberursel (Sewo) könne damit das Großprojekt Camp King abschließen. Das Konzept der Investoren ist laut Brum überzeugend und passt in die vorhandene Wohnbebauung. Vor allem der gewollte Gegensatz zwischen altem Bestand und modernem Anbau habe im Aufsichtsrat viel Anklang gefunden, so Sewo-Geschäftsführer Justus Förschner.

Derzeit arbeitet Architekt Trieschmann an einem größeren und exakteren Modell. Es soll demnächst bei einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Investor Kuhn hat sich auf die Entwicklung von militärischen Konversionsflächen spezialisiert. In Gießen entwickelte er die frühere US-Rivers-Barracks mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro.

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