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Großbaustelle im Herzen Bad Homburgs: die Dorotheenhöfe zwischen Louisen- und Dorotheenstraße.

Bauen in Bad Homburg

Luxus geht immer

Wirtschaftskrise, was ist das? In der Kurstadt wird auch in diesem Jahr fleißig gebaut. Schon die gute Lage verspricht Rendite. Von Andreas Kraft

Von ANDREAS KRAFT

Von wegen Krise, es geht voran - zumindest in Bad Homburg: Im Dorotheenquartier wachsen mit dem Tauwetter die Betonwände wieder, bei der Deutschen Leasing in der Frölingstraße werden schon die ersten Kisten gepackt, und selbst das Großprojekt hinter dem Bahnhof kommt langsam in Fahrt: Der Spedition Debus wurde der Pachtvertrag gekündigt.

Nach über 50 Jahren wird die Spedition Ende März das Gelände neben dem Park-and-ride-Platz verlassen und umziehen. "Kaufmännisch ist alles korrekt gelaufen", sagt Geschäftsführer Eduard Debus. "Aber persönlich tut mir das nach so einer langen Zeit natürlich weh." Er hat auf dem Gelände schließlich nicht nur sein Geschäft, sondern auch die dafür nötigen Gebäude aufgebaut.

Die Kündigung des Pachtvertrags durch Aurelis ist der jüngste Schritt zur Umgestaltung des gesamten Bahnhof-Geländes. Südlich der Gleise sollen zahlreiche Bürogebäude entstehen. Bereits in diesem Jahr will die Stadt mit der Erschließung beginnen. 2,3 Millionen Euro sind für den Bau der Straße im städtischen Haushalt eingeplant. Sie wird von der Horexstraße entlang der Gleise zum neuen Platz hinter dem Bahnhof führen. Die Spedition steht da im Weg.

Die Stadtverordneten haben den Bebauungsplan bereits beschlossen. Derzeit verhandeln die Stadt und Aurelis über einen städtebaulichen Vertrag. Es seien nur noch Details zu klären, sagte eine Aurelis-Sprecherin der FR. In den kommenden Wochen werde man aber alles unter Dach und Fach bringen. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis hier die Bagger anrollen.

Lofts in der Frölingstraße

Keine 200 Meter Luftlinie entfernt steht schon einer bereit. In der Frölingstraße wurde gerade ein Haus abgerissen. Ein neues soll entstehen - mit 14 Eigentumswohnungen. Die stattlichen Luxus-Appartments kosten zwischen 3200 und 3700 Euro pro Quadratmeter. Im Sommer 2010 sollen sie fertig sein. Interessenten gebe es schon, sagt Makler Hans Mouson von Lange & Meyn. "Die Nachfrage ist gut", sagt er. Von der Finanzkrise sei nichts zu spüren. Anders als Wertpapiere sind Immobilien zumindest in Deutschland recht stabile Anlagen. Interessenten für die Lofts gebe es genug - einige würden gegenüber arbeiten. Bei der Deutschen Leasing.

Dort können sie sich schon mal auf den privaten Umzug einstimmen. Denn die Vorbereitungen für den Firmen-Umzug ins Atzelnest nach Ober-Eschbach laufen bereits. Im Februar geht es ins Ausweichquartier und 18 Monate später zurück - in ein runderneuertes Gebäude.

Geldanlage Dorotheenquartier

Die 58 Wohnungen im Dorotheenquartier mitten in der Innenstadt sollen dann schon seit einem Vierteljahr fertig sein. Das Interesse an den schicken Appartements sei trotz Finanzkrise groß, sagt Frank Otters, Verkaufsleiter von Corpus Siero. Er rechnet sogar damit, dass in den kommenden Monaten die Nachfrage nach luxuriösen Immobilien noch steigen wird. Nachdem sich Spekulationen mit Wertpapieren als Flop entpuppt haben, werde die Eigentumswohnung als Geldanlage wieder beliebter. "Gerade Immobilien mit einem Alleinstellungsmerkmal, wie hier der Innenstadtlage, sind da gefragt", sagt Otters. Nur leisten muss man sie sich können. Die Wohnungen im Dorotheenquartier kosten zwischen 2500 und 3800 Euro pro Quadratmeter.

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