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Lustwandeln im Gartenparadies

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Zitronen in der Orangerie - das Bad Homburger Schloss.
Zitronen in der Orangerie - das Bad Homburger Schloss. © FR/Müller

Die Ausstellung "Fürstliche Paradiese" in der Orangerie des Bad Homburger Schlosses richtet sich an Gartenfreunde beiderlei Geschlechts. Von Martina Propson-Hauck

Von Martina Propson-Hauck

Lustwandeln. Sich ergehen. Im Paradies weilen. Wenn Sie dieses Vokabular für hoffnungslos angestaubt halten, gehören Sie vermutlich nicht zur Zielgruppe dieses Artikels. Fraglich ist, ob man eine gewisse Muße und Langsamkeit bereits mitbringen muss, wenn man sich an formalen Teppichbeeten, duftenden Zitronenbäumchen in türkisfarbenen Kübeln, an ausgefallenen Duftgeranien oder einladenden Gräserkombinationen ergötzen (noch so ein Wort) kann. Oder aus dem Urlaub statt tiefer Bräune den Samen einer besonders tiefroten Stockrose aus dem Garten eines Potsdamer Schlosses mitbringt. Oder stellt sich diese Muße unweigerlich dann ein, wenn man sich auf einen seit Jahrhunderten gepflegten Garten mit allen Sinnen einlässt?

Schönheit spricht Frauen an

Karl Weber, Direktor der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Bad Homburg, bringt das Vermögen zum unbegrenzten Gartengenuss auf einen ganz und gar schlichten Nenner: "Viele Menschen lieben es, sich in gepflegten Gärten zu ergehen, aber die Schönheit von Schlossgärten spricht Frauen ganz besonders an, sie bringen dafür mehr Sensibilität mit", sagt er aus langjähriger Erfahrung.

In der Orangerie des Bad Homburger Schlossgartens wird er heute Abend eine Ausstellung für Gartenfreunde beiderlei Geschlechts eröffnen. Der Titel "Fürstliche Paradiese - Schlossgärten und Gartendenkmalpflege in Deutschland" umreißt, worum es geht: Unter den Lüstern der im Sommer leerstehenden Orangerie sind an die 40 Schautafeln aufgebaut, die mit großformatigen Fotos und kleinen, drehbaren Informationsstücken einen Ausschnitt aus der Vielfalt touristisch interessanter Schlossgärten zeigen. Vom Garten vor der Haustür, dem Bad Homburger Schlossgarten, über Weilburg, Hanau, Darmstadt und Seligenstadt weitet sich der Blick bis hin nach Sanssoucis.

Man erfährt, dass es im Schlosspark Fantasie bei Bayreuth ein Gartenkunst-Museum gibt, oder lässt sich in die Fürst-Pückler´schen Gärten entführen. Die Ausstellung wurde für die Bundesgartenschau in Schwerin im vergangenen Jahr konzipiert und hat jetzt den Weg nach Bad Homburg gefunden. In Schwerin kamen 850000 Besucher. "Wir wären auch schon mit 100 000 zufrieden", sagt Manfred Handke von der Gartendirektion der Schlösserverwaltung.

Von Bad Homburg aus werden 250 hessische Schlösser und Burgen verwaltet, nicht alle haben Gärten. Zusammengezählt aber werden dort jedes Jahr 160 000 Blumen gepflanzt, 460 Hektar Gehölze gepflegt, 150 Kilometer Wege in Schuss gehalten und etwa 630000 Quadratmeter Wiesen und Rasenflächen zum Augenschmaus für Flaneure gestaltet. Die Ausstellung soll einen kleinen Ausschnitt aus dem Erbe der deutschen Gartenbaukultur vermitteln und zum Besuch der Schlossgärten einladen. Im Bad Homburger Schloss kann man das jeden Tag, ganz ohne Eintritt.

Die Ausstellung in der Orangerie wird heute Abend um 17 Uhr eröffnet und ist noch bis zum 29. August zu sehen.

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