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Ein Loch ist im Haushalt

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Sparstrumpf
Sparstrumpf © Foto: dpa

Ein Defizit von 10,9 Millionen Euro prophezeit der neue Stadtkämmerer Thorsten Schorr (CDU) den Oberurselern für das Jahr 2011.

Von Klaus Nissen

Das hat ihn in der Nacht vor der Etat-Präsentation aber nicht um den Schlaf gebracht. Die Stadt könne das Defizit aus ihren rund 20 Millionen Euro Rücklagen ausgleichen, sagte Schorr am Donnerstag mit einem Lächeln.

„Wir haben konservativ kalkuliert“, assistierte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) im Pressegespräch. Das anfangs auf elf Millionen Euro taxierte Defizit für 2010 sei inzwischen auf 3,7 Millionen geschrumpft. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer und der Einkommensteuer sprudelten kräftiger. Ein Haushaltssicherungskonzept wird laut Schorr nicht gebraucht. Die Verschuldung der Stadt steige im nächsten Jahr nur leicht von 33,4 auf 35,1 Millionen Euro. Das sind 969 Euro pro Oberurseler Kopf.

Der Hessentag im kommenden Juni prägt den Etat besonders. Das Großereignis wird nach jetziger Schätzung neun Millionen Euro kosten. Am Ende dürfte die Stadt auf rund drei Millionen Euro Verlust sitzenbleiben. Doch dagegen steht laut Schorr der überregionale Imagegewinn und eine deutlich verbesserte Infrastruktur: Wenn der Winter nicht überlang und extrem eisig wird, bekommen die Oberurseler rechtzeitig zum 11. Juni einen nagelneuen, 550000 Euro teuren Bahnhofsvorplatz und den mit 2,7 Millionen Euro aus der Stadtkasse gebauten Gleisdurchstich für Fußgänger und Radler nach Bommersheim.

Auch die erneuerte Adenauerallee und Hohemarkstraße sollen zum Hessentag fertig werden. Die Bärenkreuzung kann laut Schorr ebenfalls modernisiert werden.

Für Investitionen nimmt die Stadt 3,9 Millionen Euro Kredit auf – falls das Parlament dem Etat Anfang 2011 zustimmt. Das 17,4 Millionen Euro schwere Bauprogramm enthält auch 1,2 Millionen für die Fertigstellung der neuen Kita am Hammergarten. Das dortige Erzieherteam wird auf 15,3 neuen Planstellen sitzen. Die Kita Zauberwald bekommt für 1,5 Millionen Euro einen Anbau. Und in den Neubau des Frauenhauses investiert die Stadt eine Million.

Schwimmhallenbau ab Herbst

Im Herbst 2011 sollen der Neubau der Schwimmhalle und die Sanierung des Freibads beginnen. 16 Millionen, also mindestens 80 Prozent der Baukosten, muss die Stadt laut Brum aus ihrem Eigenkapital aufbringen. Das könne sie nur durch den Verkauf des Schwimmbad-Parkplatzes und des Sportplatzes an der Altkönigstraße als Bauland heranschaffen.

Er sei nicht begeistert über den Wegfall des beliebten Bolzplatzes, so Brum. Aber das sei schon vor drei Jahren beschlossen und nicht mehr zu ändern. Ersatz für die Fußballer sei vielleicht an den Tennishallen oder an der Feldbergschule zu schaffen.

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