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Lilly-Konzept stößt auf Bedenken

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Geplantes Wohngebiet
Geplantes Wohngebiet © Lilly

Oberbürgermeister Korwisi stellt Bad Homburgs Bürgern die Pläne für das neue Wohngebiet auf dem Lilly-Gelände vor. Doch die sind noch nicht überzeugt davon.

Von Anton J. Seib

Die Pläne des Magistrats, die frühere Lilly-Zentrale in Dornholzhausen in ein Wohngebiet umzuwandeln, stoßen bei vielen Bürgern auf Skepsis. Zusätzliche Verkehrsbelastung und fehlende Betreuungsmöglichkeiten für die dort zuziehenden Kinder, das waren die Befürchtungen, die Teilnehmer der Bürgerversammlung am Montag im Kirdorfer Bürgerhaus äußerten. Andere plädierten dafür, anstelle des derzeit weitgehend leerstehenden Bürokomplexes eine Sporthalle und ein neues Feuerwehrgerätehaus zu bauen.

Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne)gab sich viel Mühe, das von ihm favorisierte Konzept zur Neugestaltung des 4,8 Hektar großen Areals an der PPR-Kreuzung ins rechte Licht zu rücken. 130 neue Wohnungen sollten dort entstehen, lediglich 30 Prozent würden versiegelt, viel Grün solle das Gelände auflockern, die neuen Gebäude sollten wesentlich niedriger ausfallen als die jetzigen Büroklötze, zudem solle die Nachfrage nach Hort-, Kindergarten- und Krippenplätzen berücksichtigt werden, warb Korwisi. „Wir brauchen Wohnungen, um junge Menschen in die Stadt zu ziehen und einer Überalterung des Stadtteils Dornholzhausen vorzubeugen“, so Korwisi. Und Billigwohnungen, die soziale Probleme nach sich zögen, wie aus der Teilnehmerrunde befürchtet, könnten dort angesichts von Quadratmeterpreisen um 400 Euro gar nicht gebaut werden. Das gelte auch für die geforderte Ansiedlung der Feuerwache oder einer Sporthalle. Korwisi: „Dafür ist das Gelände zu teuer.“ Platz für ein neues Feuerwehrhaus gebe es zwischen Ricarda-Huch- und Gertrud-Bäumer-Straße.

Mancher Dornholzhausener sieht das anders. Schon jetzt gebe es an der vielbefahrenen PPR-Kreuzung ständig Staus, durch den Bau von Wohnungen würde sich das Problem verschärfen, so eine Bürgerin. „Wir können jetzt das Lilly-Gelände mit in die Verkehrsplanung einbeziehen. Vielleicht gibt es ja eine andere Lösung als den Tunnel“, sekundierte ihr ein anderer.

Kritisch äußerten sich vor allem Mütter von Kita- und Schulkindern mit Blick auf die künftige Betreuungssituation. Schon jetzt platze die Kita aus allen Nähten, für eine Erweiterung der Grundschule fehle es an Platz, so der Tenor.

Korwisi versuchte, die Bedenken zu zerstreuen. Die demografischen Zahlen zeigten, das lediglich mit etwa 50 weiteren Kindern gerechnet werden müsse. Für sie würden Betreuungseinrichtungen gebaut. Und die Schule könne erweitern, sofern die benachbarte Feuerwache an den Stadtrand umziehe.

Auch wenn ihm am Montagabend weitgehend Ablehnung entgegenschlug, will OB Korwisi weiterhin für sein Konzept eintreten. Am Samstag, 6. November, wird er den Bürgern von 11.30 bis 15 Uhr vor dem Rewe-Markt an der Lindenallee Rede und Antwort stehen.

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