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Lernen an der Autobahn

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Der Bebauungsplan für die neue Hans-Thoma-Schule ist auf den Weg gebracht. Der Hochtaunuskreis als Schulträger wird die Schule und eine Turnhalle auf einem Areal an der Mainstraße nahe der Autobahn 661 errichten.

Der schon seit Jahren geplante Neubau der Hans-Thoma-Schule kann nun realisiert werden. Die Oberurseler Stadtverordnetenversammlung stimmte mehrheitlich für den Bebauungsplan, die FDP-Fraktion votierte dagegen. Der Hochtaunuskreis als Schulträger wird die Schule und eine Turnhalle auf einem Areal an der Mainstraße nahe der Autobahn 661 errichten. Ein Entwurf des Architekturbüros „plus+bauplanung“ aus Neckartenzlingen (Landkreis Esslingen / Baden-Württemberg) hatte sich in einem Planungswettbewerb durchgesetzt.

Für das Vorhaben weichen der Dampfbahnclub, der auf ein anderes Gelände in der Nähe umzieht, und ältere Tennishallen, die abgerissen werden. 16 500 Quadratmeter stehen für das Schulgelände an der Mainstraße zur Verfügung. Die Liberalen stören sich vor allem daran, dass Oberursel für den Neubau der Turnhalle ins eigene Stadtsäckel greift, während sich aber andererseits der Kreis nicht direkt an den Baukosten des Hallenbades beteiligt hatte.

40 000 Euro werden pro Jahr für die Baukosten der Halle abgeschrieben, weitere 15 000 Euro wird die Stadt an Betriebskosten leisten. Im Gegenzug erhalten Vereine in der Stadt Belegungsrechte für die Halle.

2017 soll alles fertig sein

Im Sommer 2017 soll alles fertig sein, dann sollen die Schüler von ihrem alten Standort Im Portugall in die neue Schule umziehen. Bei der Hans-Thoma-Schule handelt es sich um eine besondere Förderschule für körperlich und motorisch eingeschränkte Kinder.

Deshalb hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz die große Sorge geäußert, dass sich der Verkehrslärm auf die Entwicklung der Kinder negativ auswirkt. Ein schalltechnisches Gutachten empfiehlt, Aufenthalts- und Klassenräume möglichst weit in südlicher Richtung unterzubringen, also zu der von der Autobahn abgewandten Gebäudeseite.

Außerdem sollte passiver Lärmschutz beim Bau umgesetzt werden, womit zumeist die Verwendung spezieller Dämmmaterialien gemeint ist, die gegen Schall wirken sollen. Solche baulichen Maßnahmen sind meist teuer.

Schließlich sei es auch dringend geboten, dass die Gebäudeform auf die Lärmbelastung abgestimmt sei. Im Entwurf der Architekten sind die miteinander verbundenen Gebäudeteile ähnlich angeordnet wie die Finger an einer Hand.

Die Mittel für den Neubau der Hans-Thoma-Schule stammen aus dem prestigeträchtigen Schulbauprogramm des Hochtaunuskreises. Insgesamt wurden mittlerweile 800 Millionen Euro in den Neubau und die Sanierung von Schulen des Hochtaunuskreises investiert.

Das Programm trägt den Titel „Schulen für das 21. Jahrhundert“ und wurde kürzlich vom Bund Deutscher Architekten mit einer Auszeichnung bedacht.

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