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Lebensinhalt Schokolade

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Von: Fabian Böker

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Daniel Schwaabe inmitten seiner großen Leidenschaft.
Daniel Schwaabe inmitten seiner großen Leidenschaft. © Renate Hoyer

Als Kind hat er am Tag ein halbes Glas Nutella gegessen. Und Schokolade blieb sein Lebensinhalt. Mit dem Geschäft „Chocolat Plus“ hat sich Daniel Schwaabe einen Lebenstraum erfüllt.

Die Geschichte klingt, als sei sie ausgedacht. Aber Daniel Schwaabe versichert, dass es so war. Als der heute 45-Jährige noch ein Kind war, musste seine Mutter oft mit ihm zum Arzt. Der Grund: ein halbes Glas Nutella. Pro Tag. „Schokolade“, sagt er, „war schon immer meine große Leidenschaft.“ Nun führt er seit mittlerweile elf Jahren das Geschäft „Chocolat Plus“ am Schulberg. Was als Experiment begann, ist aus der Gegend in Altstadtnähe nicht mehr wegzudenken.

So sehr Schokolade auch seit jeher seine Leidenschaft ist, im Brotberuf war Schwaabe jahrelang in einer Werbeagentur beschäftigt. Mal in Frankfurt, mal in Hamburg, mal in Berlin, mal in den USA. Der Job machte ihm Spaß, er kam rum, lernte viele interessante Menschen kennen, „und die Bezahlung war auch nicht schlecht“, sagt er.

Doch er hatte einen Traum: „Ich wollte einmal hinter einer Theke stehen und etwas verkaufen.“ Eine Freundin bot ihm an, einen Tag in ihrem Blumenladen zu arbeiten. „Das war nichts für mich“, denkt er lachen an diesen Tag zurück. „Um 3 Uhr zum Großmarkt? Ich bin Langschläfer, das ging nicht.“

Sein Schokoladen-Geschäft öffnet daher erst um 10 Uhr. Die Idee zu „Bad Homburgs Schokoladenseite“ (Selbstbezeichnung auf der Homepage) kam schließlich durch die Frau seines besten Freundes.

Durch Zufall wurde just zu der Zeit das Ladenlokal frei, sechs Monate später sollte es abgerissen werden, „so lange wollte ich es ausprobieren“. Dann gab es aber keine Abrissgenehmigung, das Lokal steht immer noch, und Daniel Schwaabe führt es auf seine ganz eigene Weise.

Wer zu ihm kommt, fühlt sich gleich wohl. Schwaabe ist freundlich, ohne aufdringlich zu sein. Verkäufer, die direkt dem Kunden auf die Pelle rücken, sind ihm zuwider. Stattdessen gibt es einen Kaffee, während der Kunde aus allerlei Schoko-Spezialitäten auswählt. Dazu wird ein „Kurschatten“ gereicht, kleine Schokokugeln aus Madagaskar-Kakao, die Schwaabe beim Experimentieren mit einer Chocolatier aus Brasilien zufällig kreiert hat.

Manche Kunden kommen auch einfach nur zum Plaudern. Oder aus einem ganz eigenen Grund. Daniel Schwaabe strahlt, wenn er davon erzählt. Ein Mann kommt einmal im Monat vorbei, betritt den Laden und sagt: „Meine fünf Minuten Urlaub.“

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