1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Kurstadt im Einkaufsrausch

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Bad Homburg Am letzten Adventssamstag kam das Weihnachtsgeschäft richtig in Schwung

Von Martina Propson-Hauck

Am Samstag ist der Knoten geplatzt, es läuft jetzt wirklich super“, sagt Heinz-Josef Loebbert begeistert. Der Karstadt-Geschäftsführer ist seit August in der Kurstadt und erlebt gerade sein erstes Weihnachtsgeschäft in der Filiale auf der Louisenstraße. Menschenmassen wälzten sich am Samstag durch alle Etagen des Kaufhauses zu weihnachtlicher Livemusik auf dem Klavier, nippten am dargebotenen Sekt und grüßten den Haus-Nikolaus.

„Seit dem Umbau haben wir einen richtigen Paradigmenwechsel erlebt, die Leute haben das gut angenommen“, schwärmt der Chef, doch über Umsatzzahlen schweigt er eisern. Auch am Montag ist in der Mittagszeit der Rummel bei Karstadt groß. Gleichzeitig mit dem Countdown zum Weihnachtsfest fangen die Menschen jetzt doch noch an, an einen bevorstehenden Winter zu glauben. Die ersten Schneeflocken auch in den Tallagen des Vordertaunus von Samstagvormittag und Montagnacht lassen dicke Jacken und gefütterte Schuhe zum späten Verkaufsschlager in diesem Jahr werden. „Lego, Playmobil und Spielekonsolen“ gehen als Geschenke für Kinder laut Loebbert wie immer am besten. Er erwartet auch noch für Heiligabend bis 13 Uhr viele Geschenkekäufer. „Dann kommen all die Männer, denen plötzlich erst einfällt, dass Weihnachten ist und sie zu Hause eine Frau haben.“ Die Parfümerieabteilung ist gerüstet, die Geschenke-Veredlerinnen arbeiteten bereits gestern auf Hochtouren an Schleifen und Co., genau wie ihre Kolleginnen in den beiden Douglas-Filialen.

In der Spielwarenabteilung von Müller ist es am Montag ein wenig ruhiger. Die Regale werden nach dem samstäglichen Ansturm mit Carrerabahnen, Barbies und Spieleklassikern neu gefüllt. Großer Andrang allerdings herrscht bei DVDs. Lichte Reihen bereits bei Serienhits wie „Two and a Half Men“ oder „Vampire Diaries“. Im Louisencenter dagegen herrscht beschauliche Ruhe. Bei Saturn fragen freundliche Verkäufer sofort nach dem Begehr, sortieren den vom FR-Spieletester wärmstens empfohlenen Klassiker „Zelda“ im Regal der Konsolenspiele neu ein. War der etwa schon aus? Nö, nur weiter hinten zu schwer zu finden.

Erwachsene Männer stehen mit leuchtenden Augen vor einem halben Meter hohen und breiten Kubus , einer Sonderedition von „Star Wars“. Einer erläutert dem anderen, welche Vorteile der Kauf der 150 Euro teuren Box bietet. Nebenan steht ein Paar vor einer zigarettenschachtelgroßen schwarzen Box, mit der man vom neuesten iPhone-Modell aus kabellos seine Fotos auf dem Flachbildschirm als Diashow laufen lassen kann. Sie ist noch entzückter von den kristallklaren Lautsprecherboxen. Zaghafte Hände tasten begehrlich über unerschwingliche Laptops mit Apfel.

Im Modegeschäft stöbern zwei junge Frauen nach dem Geschenk mit „Kult“-Faktor. Der gleichnamige Laden hat die bei Teenagern wie ihren Müttern gleichermaßen beliebten Handtaschen des Langenselbolder Labels GGL gleich um 25 Prozent reduziert.

Auch in den Louisenarkaden gibt es schon Preisnachlässe von 15 Prozent bei schicken Norwegerpullis mit Pelzbesatz. Die sind für 350 Euro allerdings trotzdem kein Schnäppchen. Schlange stehen Menschen bei Palm-Tickets: Manche reservieren hier noch schnell das eigene Silvester-Event, andere ordern Karten zum Verschenken. Wenn alle ohnehin schon alles haben, ist das Event ein gern gewähltes Geschenk. Oder man verlegt sich aufs Teetrinken und -schenken: Geheimtipp der Autorin sind die Tees von Kusmi, besonders dessen Ökovariante mit Ingwer und Zitrone.

Auch interessant

Kommentare