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Bad Homburg

Kulturbranche zwischen Verzweiflung und Zuversicht

  • vonAnke Hillebrecht
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Bad Homburg Programme stehen trotz ungewisser Termine – Beethoven-Sinfonie unter freiem Himmel.

Kulturveranstalter wissen: Konzerte, Ausstellungen und Feste werden vermutlich als letzte vom Lockdown befreit. Gleichwohl müssen die Planungen im Hintergrund laufen, damit etwas stattfinden kann. Wie weit sind sie fortgeschritten, worauf hofft man? Ein Überblick über die wichtigsten Veranstaltungen.

Die Skulpturen-Biennale Blickachsen wäre in diesem Sommer eigentlich wieder dran gewesen. Weil bereits die aufwendige internationale Vorplanung 2020 nicht möglich war, haben die Veranstalter die Freiluftschau ins Jahr 2022 verschoben. Damit bricht sie aus dem Turnus der ungeraden Jahre aus. Im selben Jahr soll das Orgelfestival Fugato stattfinden – es wurde im vergangenen Sommer um zwei Jahre auf September 2022 verschoben. Das Programm von 2020 wird beibehalten und damit der Ansatz „Orgel trifft auf Rock und Pop“.

Das Laternenfest geht in die Planungen – schließlich soll das wichtigste Bad Homburger Fest, sofern es pandemietechnisch möglich ist, nach Absage 2020 in diesem Jahr umso leidenschaftlicher gefeiert werden.

Einen Bad Homburger Sommer soll es ebenfalls wieder geben: Vom 7. bis 31. Juli sollen bei der Freiluftveranstaltung die Künstler zum Zug kommen, die man im vorigen Jahr ausladen musste. Derzeit werden Hygiene- und Abstandskonzepte entworfen. Statt einer Eröffnungsoper soll draußen Beethovens neunte Sinfonie aufgeführt werden, ob, wie geplant, mit großem Chor, werden die nächsten Wochen entscheiden. Statt der Milonga gibt es nur ein Konzert mit argentinischer Tangomusik. Für die Sommernachtsbälle wird über alternative Spielstätten nachgedacht.

Unvorstellbar ist heute, dass sich beim Thai-Festival wie sonst an zwei Tagen 45 000 Besucher um die Brunnenallee knäulen. Ob die Tänzerinnen, Schwertkämpfer und Essensstände in diesem Sommer kommen dürfen, will Kurdirektor Holger Reuter Ende Februar entscheiden. „Wir sind intensiv am Planen – auch was Hygienekonzepte betrifft.“

Am Kurtheater wurde zwar jüngst ein Plakat mit dem Werbespruch „Der Vorhang geht auf“ befestigt. Wann sich dieser aber tatsächlich öffnen darf, bleibt abzuwarten. Ausgefallenes wurde und wird weiter verlegt, so dass bereits die Saison 2021/22 steht. Sobald die Bühnen wieder öffnen dürfen, gibt es Programm. Das gilt auch für den Speicher im Bahnhof. Für Ende September ist ein Jazzfestival geplant.

Das Poesie- und Literaturfestival musste im vorigen Jahr komplett ausfallen. Nun stehen im März Nachhollesungen an. Ob sie stattfinden, ist ungewiss. Doch der künstlerische Leiter Bernd Hoffmann freut sich auf Oktober/November. Dann sollen nicht nur sämtliche abgesagten Lesungen nachgeholt werden, sondern auch einige Überraschungen dazukommen, nicht zuletzt inspiriert vom Welterfolg von „Babylon Berlin“.

Das Schloss liegt nur scheinbar im Dornröschenschlaf, denn auch wenn die Gemächer geschlossen sind, läuft die Sanierung der Fassade des Königsflügels weiter. Er soll noch im Frühjahr wiedereröffnet werden; wann genau, will die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen Anfang Februar verkünden. Sie hofft, dass die Räume Mitte März wieder öffnen können. Dort ist derzeit die Ausstellung „Princess Eliza“ zu sehen, die bis 18. November verlängert wurde. Demnächst sollen auf www.eliza2020.de Blogs abrufbar sein; zudem sollen in Filmen „Lieblingsstücke“ der Schau über die Landgräfin präsentiert werden.

Fünf Bad Homburger Schlosskonzerte konnten im Herbst teils im Kurtheater, stattfinden. Auch Veranstalter Karl-Werner Joerg hofft auf März. „Das Programm steht.“ Er sei einer der wenigen Veranstalter, die trotz Corona das komplette Programm vorhielten – auch mit Blick auf die wirtschaftlich gebeutelten Künstler. Selbstverständlich mit Hygienekonzept.

Die Castle Concerts sollen Ende Mai mit der Jazzreihe „Swinging Castle“ weitergehen – mit begrenzter Besucherzahl. „Sämtliche im letzten Jahr eingeladenen Bands haben zugesagt, der Vorverkauf hat begonnen“, sagt Ausrichter Volker Northoff. Ob das Saalburg-Konzert mit dem Landesjugendsinfonieorchester Hessen Anfang September stattfinden könne, hänge auch davon ab, ob die Musiker bald wieder proben dürften. Aufnahmen können auf www.castle-concerts.org gestreamt werden – auch noch nach der Pandemie.

Viel im Netz läuft auch im Museum Sinclair-Haus. Die derzeitige Schau „Was ist Natur?“ wurde bis August verlängert. Die Trägerorganisation firmiert seit Januar 2021 unter dem Namen Stiftung Kunst und Natur; auf https://kunst-und-natur.de sind digitale Angebote vom literarischen Kurzfilmprojekt bis zum kuratorischen Einblick der Museumsdirektorin abrufbar.

Im Museum selbst soll, wenn wieder Besucher kommen dürfen, am 26. September eine neue Schau eröffnen: „Tempo“, sie spielt mit den Verhältnissen von physikalischer, erlebter und ökologischer Zeit. Von Herbst 2022 an setzen sich in „Eis“ Künstler mit der schwindenden Eismasse auseinander.

In der Erlöserkirche hofft Kantorin Susanne Rohn, spätestens im Sommer wieder mit den Chören vor Publikum zu singen. „Die Sänger stehen in den Startlöchern.“

Auf der Saalburg ist die Sonderausstellung „Hammer! Handwerken wie Kelten und Römer“ noch bis Oktober zu sehen. Nun, da das Kastell geschlossen ist, wurden Vitrinen gereinigt, die Eichenbohlenfußböden gewachst und archäologische Funde inventarisiert. Und dank des Lockdowns geht auch bei den Römern die Digitalisierung in großen Schritten voran: Auf www.saalburgmuseum.de findet sich mittlerweile die „Digitale Sammlung“ mit ausgewählten Funden im Foto, 3-D-Scan und einigen Videosequenzen.

Dank Autokino konnten die Bad Homburger 2020 gemeinsam Filme auf Großbildwand sehen – und auch Gottesdienste feiern. Nach durchweg positiven Reaktionen kann sich Organisator Stefan Burger vorstellen, im Frühjahr/Sommer erneut ein Autokino anzubieten. „Der Platz vorm Technischen Rathaus ist ideal, wir haben niemanden gestört und alle Vorführungen sind reibungslos gelaufen.“ Da er über die nötige Erfahrung verfüge, brauche er auch keinen großen Vorlauf.

Das Autokino ist als Alternative zum Kurtheater geplant. Dort, glaubt Burger, würden wohl erst wieder im Herbst Filme laufen.

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