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Kümmert euch um die wahren Probleme der Bürger

Zur Berichterstattung über die Landratswahl und deren Kommentierung, FR vom 24. Januar

Wir haben Wahlrecht,keine Wahlpflicht

Fällt eigentlich niemand auf, wie erbärmlich manche politischen Rituale sind? Nach jeder Wahl kommt unisono das Lamento über die geringe Wahlbeteiligung. Den Wahlverlierern ist es ganz recht, da es von ihrer Niederlage ablenkt und den Erfolg des Siegers geringer wirken lässt. Und die Wahlsieger glauben aus Gründen der „political correctness“ sie müssten auch einen zerknirschten Eindruck machen und sorgenvoll die geringe Beteiligung kommentieren. (...) Und nach einer Woche ist das Ganze vergessen. Zu Recht! Wir haben Wahlrecht, keine Wahlpflicht. Wählen ist keine Bürgerpflicht, sondern das gute Recht des Bürgers. Das darf er ausüben, muss es aber nicht. Wer wählen geht, will etwas bewirken, etwas ändern. Wenn Bürger das Gefühl haben, es steht nichts Wichtiges an, verzichten sie auf den Wahlgang. Was soll daran schlimm sein? Und warum soll man als Konsequenz die Mitwirkungsmöglichkeit des Bürgers beschneiden? Direktwahlen sind eine Möglichkeit der Bürgerbeteiligung. Niemand kommt auf die Idee, Bürgerbegehren und -entscheide abzuschaffen, wenn sie mangels Beteiligung abgelehnt werden. Geringe Wahlbeteiligung ist auch Ausdruck von Politikverdrossenheit. Meistens aber nicht! In den meisten Fällen war es einfach dem Einzelnen nicht wichtig genug hinzugehen. Na und! (...) Den Politikern, die jetzt die Direktwahl abschaffen und damit nur die Macht der parteipolitischen Funktionäre stärken wollen, rufe ich zu: Kümmert Euch um die wahren Probleme der Bürger! Das ist das beste Mittel gegen Politikverdrossenheit.

Gerd Krämer, Oberursel

Aus Missverständnissen entsteht Misstrauen

Jawohl, bei vielen Wählern ist Politikverdrossenheit eingekehrt. Und die Kommunalpolitiker reagieren darauf mit Worthülsen. Verdrossenheit ist aber die Folge von Verfehlungen einzelner Personen. Das gilt sowohl für eine Tätigkeit in der Wirtschaft, in öffentlichen Institutionen und in der Politik. Verschleierungen führen zu Missverständnissen. Aus Missverständnissen entsteht Misstrauen.

Wenn aus dem Bereich von Repräsentanten, vom Bundespräsidenten bis hin zum Homburger Oberbürgermeister, deren Arbeit mit Halbwahrheiten, Vetternwirtschaft oder Vorteilsnahme erledigt wird, so führt dieses zu unwohlen Gefühlen bei den Wählern. Dadurch tritt Resignation ein. Viele Bürger gehen nicht zur Wahl, da sie das Gefühl haben „der Fisch stinkt vom Kopf“. Daher muss der Appell an die PolitikerInnen lauten: Verwechseln Sie nicht Ursache und Wirkung! Denn die Reaktion der Bürger ist auf das Handeln der von ihnen gewählten Klientel zurückzuführen. Die Arbeit muss auch von Politikern so erfolgen, dass die Bürger wieder Vertrauen in deren Handeln haben. Es wird notwendig sein, dass wir alle gemeinsam und mehr denn je unser tägliches Verhalten nach sittlichen und moralischen Gesichtspunkten ausrichten.

Wolfgang Blume, Friedrichsdorf

Gibt es eine Schamgrenze für unsere Volksvertreter?

Es ist stets das gleiche Spiel. Da wird mit dicken Backen vom grandiosen Wahlerfolg fabuliert, das blöde Volk nimmt es schon hin. Vielmehr stellt sich die Frage: Gibt es so etwas wie eine Schamgrenze für unsere „Volksvertreter“. Wenn Krebs und Co. es für legitim halten, dass sie mit 16,25 Prozent Stimmen aller Wahlberechtigten „Rückenwind“ erhalten haben, dann gleicht das einer Wahrnehmungsstörung. 83,75 Prozent der Wahlberechtigten haben Krebs nicht gewählt, das ist „Gegenwind“. Wann endlich sehen die Herrschaften ein, dass sinkende Wahlbeteiligung nicht daran liegt, dass das Volk dümmer wird.

Jochen Hadek, Friedrichsdorf

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