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Auf dem Philosophenweg kann man derzeit noch den Opel-Zoo durchqueren ohne Eintritt zahlen zu müssen.

Hochtaunus

Die Sünden des Opel-Zoos

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Der BUND hat ein Buch veröffentlicht, in dem er auf 100 Seiten seine Kritik zusammenfasst. Dabei geht es auch um den umstrittenen Philosophenweg.

Wenn es um den Opel-Zoo geht, dreht sich die aktuelle Diskussion vor allem um die Frage, ob der mitten durch das Gelände führende Philosophenweg öffentlich zugänglich bleiben soll oder nicht. Die Bürgerinitiative „Philosophenweg für alle“ sammelt derzeit Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Es richtet sich gegen eine Vereinbarung zwischen dem Zoo und den beiden Nachbarstädten Kronberg und Königstein, das eine Privatisierung des Weges zugunsten des Opel-Zoos vorsieht. Im Gegenzug sollen die Bürger beider Kommunen Vergünstigungen erhalten – wie einen kostenlosen Durchgang von 60 Minuten während der Öffnungszeiten. Das reicht der Initiative jedoch nicht aus. Man habe die nötigen rund 1300 Unterschriften für das Bürgerbegehren fast zusammen, teilt Bernhard Bender, einer der Vertrauensleute, mit.

Passend dazu haben nun der BUND Landesverband und der Ortsverein Königstein-Glashütten eine Broschüre veröffentlicht, in der die Naturschützer auf mehr als 100 Seiten ihre Kritik an der Entwicklung des Opel-Zoos in den vergangenen Jahrzehnten auflisten.

Auch darin spielt der Philosophenweg eine wichtige Rolle. Er sei die kürzeste, ökonomischste und damit auch ressourcenschonendste Verbindung zwischen Königstein und Kronberg, betont die Vorsitzende des BUND-Ortsvereins Cordula Jacubowsky. Aus Sicht des BUND sollte der Philosophenweg in jedem Fall öffentlich bleiben. Wenn der Zoo verhindern wolle, dass nicht-zahlende Besucher auf das Gelände gelangen, sollten die Verantwortlichen über eine Brückenkonstruktion nachdenken, wie sie so schon einmal im Gespräch gewesen sei, empfiehlt Jacubowsky.

Sehr kritisch blickt der BUND auch auf die Parkplatz-Situation. Seit 2003 sei die Zahl der Stellplätze am Opel-Zoo von 600 auf mehr als 1200 angestiegen. Besonders problematisch sind aus Sicht der Naturschützer zwei Wiesen, die bei großem Andrang als Behelfsparkplätze genutzt werden. Dabei handele es sich bereits um Ausgleichsflächen. Außerdem seien sie Teil einer Orchideenwiese, auf der seltene Pflanzen wie das Männliche Knabenkraut wachsen. Da ein Teil der Wiesenfläche zudem geschottert worden sei, denke der BUND über rechtliche Schritte nach, kündigte Cordula Jacubowsky an.

Um die Wiesen zu schonen, fordert der BUND den Bau eines Parkdecks auf den vorhandenen Parkplätzen. Außerdem sollten die Besucher stärker angehalten werden, den ÖPNV zu nutzen, etwa durch ein Bonus-/Malussystem bei den Ticketpreisen.

Den Bau eines Parkdecks hat Opel-Zoo-Direktor Thomas Kauffels bereits abgelehnt. Dafür gebe es derzeit keinen Bedarf. Die Behelfsparkplätze seien im vergangenen Jahr nur 13 Mal in Anspruch genommen worden.

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