Stolze Schöpferin: Rosa Wann zeigt ihr Naturtagebuch. 
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Stolze Schöpferin: Rosa Wann zeigt ihr Naturtagebuch.

Kronberg

Opel-Zoo: Mit Manfred Mistkäfer durchs Jahr

  • vonJürgen Streicher
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Der BUND Hessen zeichnet im Opel-Zoo in Kronberg Kinder für ihre kreativen Naturtagebücher aus.

Manfred Mistkäfer ist eine echt coole Socke. Von Beruf ist er Naturforscher und deshalb natürlich immer unterwegs in der Natur. Streift mit Lupe und Fernglas durch Wald und Wiesen, an Bächen und Flüssen entlang oder durch den Hausgarten, der auch reichlich viel Forschungsstoff zu bieten hat. Werkzeug braucht er nicht viel auf seine Streifzügen, eine Lupe, manchmal ein Fernglas, Stift und Papier. Damit aus all den gesammelten Eindrücken am Ende ein schönes Naturtagebuch werden kann. Die lustig gezeichnete Figur des Manfred Mistkäfer mit den langen staksigen Beinen und dem fröhlichen Gesicht ist ein Vorbild für Kinder. Von ihm inspiriert, haben mehr als 100 Kinder in Hessen den Naturkosmos in ihrem direkten Lebensumfeld intensiv erforscht.

„Uns ist wichtig, dass ihr beobachtet, recherchiert und aufschreibt, was ihr seht und erlebt“, sagt Sabine Wolters den Kindern, die gerne mitmachen wollen. „Und vor allem, dass ihr lange dabei bleibt.“ Damit so wunderbare Naturtagebücher entstehen, wie die acht bis zwölf Jahre alten Kinder sie eingereicht haben. Engagement, Motivation, persönlichen Einsatz, Kreativität und die in allen Werken offenbarte Liebe zum Geschehen da draußen außerhalb der PC-Welt fließen in die Bewertung ein. Sabine Wolters ist Jugendbildungsreferentin bei der BUND-Jugend und Projektleiterin des Wettbewerbs „Gestaltung eines Naturtagebuchs“. Die knapp zwei Dutzend Kinder mit den tollsten Büchern waren zur Siegerehrung im Kronberger Opel-Zoo eingeladen, Sabine Wolters und ihre Jury haben nur erste und zweite Preise vergeben.

Opel-Zoo in Kronberg: Fettes Lob auf allen Siegerurkunden

„Du hast geschafft, im Jahr 2019 mit Mistkäferkraft die Natur zu erkunden und ein großartiges Naturtagebuch zu gestalten“, steht als fettes Lob auf allen Siegerurkunden, dazu gibt es Sachpreise und den Ausflug in den Opel-Zoo mit der ganzen Familie inklusive Führung über das weitläufige Gelände und durch das Giraffenhaus. Rosa (11) aus Hirschhorn am Neckar an der südlichsten Südspitze Hessens etwa hat ein sensationelles Naturtagebuch verfasst. Mit einem Einband aus selbstgeschöpftem Papier, mit Dokumentationsfotos, akribischen Informationen und detaillierter Darstellung von „Rosas Naturschutzgebiet“. Rosa hat nebenbei einen kleinen Umweltskandal mit Öl im örtlichen Bach aufgedeckt und es damit in die örtliche Presse geschafft.

Die ewig junge Motivationsfigur Manfred Mistkäfer ist übrigens schon 30 Jahre alt und wurde einst von der BUND-Jugend in Baden-Württemberg erfunden, gesteht Sabine Wolters. Hessen hat das Konzept 1998 übernommen, seitdem gibt es jedes Jahr eine neue Themenstellung. Jahresthema 2019: „Insekten, klein, aber oho!!!“ Angesichts des Insektensterbens ein wichtiges Thema, das viele der Jungforscher aufgegriffen haben, wobei das Jahresthema stets nur Anregung ist und die Forscherkreativität keineswegs einschränken soll.

Opel-Zoo in Kronberg: Bis zum 31. Oktober müssen die Naturtagebücher eingereicht werden

Zusammenhänge gibt es ja trotzdem überall. Ohne die wichtige Vorarbeit und Mitarbeit von winzigen Tierchen hätte auch Christian Meyer von der Helene-Lange-Schule Wiesbaden nicht sein sogar zweibändiges „Magnolientagebuch“ verfassen können, in dem es auch um die Herstellung von Magnolienblütensirup geht. „Knackig, prägnant, super dokumentiert!“ steht handschriftlich in Rot angemerkt auf einer Seite der Arbeit von Larissa Siebein aus Wiesbaden, die die Entwicklung einer Kastanie übersichtlich dargestellt hat.

Und wann und wie kann man als Jungforscher einsteigen, wenn man all die tollen Bücher sieht, Frau Wolters? „Jederzeit, die Kinder können schon morgen beginnen, wenn sie wollen. Alles geht, alles ist offen, nur spätestens am 31. Oktober müssen die Naturtagebücher eingereicht werden.“ Jahresthema 2020: „Gewässer – von der Quelle bis zum Fluss“. Wer Anregungen braucht, kann natürlich Manfred Mistkäfer fragen.

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