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Leerstand im Zoo als Aktion

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Statt echter Elefanten gab es zunächst nur Pappkameraden.
Statt echter Elefanten gab es zunächst nur Pappkameraden. © Michael Schick

Mit einem Tag des leeren Geheges protestiert die Umweltschutzorganisation WWF im Opel-Zoo gegen Wilderei. Statt echter Elefanten stehen für mehrere Stunden nur Pappkameraden im Gehege.

Die neue Elefantenanlage im Opel-Zoo besticht mit imposanten Ausmaßen. Die Außenanlage umfasst rund 5500 Quadratmeter, daneben steht das fast 13 Meter hohe Elefantenhaus und ein Restaurant. Mehr als zehn Millionen Euro kostete die neue Anlage, die Ende August nach 17 Monaten Bauzeit feierlich eröffnet werden soll. Der Bulle Tamo ist als erster der Elefanten schon Mitte April in das neue Haus eingezogen. Er soll für Nachwuchs in dem Kronberger Zoo sorgen.

Wer aber gestern Vormittag Ausschau nach Tamo oder den anderen Elefanten hielt, wurde erst mal enttäuscht. Statt echter Tiere gab es nur leblose Aufsteller in Form von Elefanten-Silhouetten. Grund war der Tag des leeren Geheges, eine Aktion der Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) gegen Wilderei in Zusammenarbeit mit mehreren Zoos. Mit dem für einige Stunden leeren Gehege soll verdeutlicht werden, wie eine Welt ohne Elefanten aussähe, erklärt Artenschutz-Bereichsleiter Volker Homes vom WWF.

In Afrika töteten mit Maschinengewehren bewaffnete Wilderer jährlich mehr als 30 000 Elefanten. Denn für das Elfenbein der Stoßzähne würden in Asien astronomische Summen gezahlt, sagt Homes. In Afrika seien darüber hinaus auch die Ranger bedroht, die Wächter der Wildparks. Jedes Jahr werden laut WWF rund 80 von ihnen getötet, weil sie sich den Wilderern in den Weg stellen. Auch Nashörner seien bedroht, weil das Horn vor allem in Vietnam sehr begehrt sei. Mit ihrem Handel setze die Wildtiermafia jährlich rund acht Milliarden Euro um.

Mörderbanden in Afrika

Zoodirektor Thomas Kauffels bezeichnet die Wilderer als „Mörderbanden, die Tiere und Menschen erschießen“. Bei der Aktion tue der Opel-Zoo natürlich „das Gegenteil von dem, was ein Zoo normalerweise macht“. Doch es sei wichtig, das Bewusstsein für die Folgen des Abschlachtens der Tiere auch hier in Europa zu schärfen, betont Kauffels. Daher beteilige sich der Opel-Zoo neben den Zoos in Münster, Köln und Leipzig an der Kampagne.

Kritik an der Aktion gab es von den Tierschützern von Peta. Sie lehnen es ab, Tiere überhaupt in Gehegen zu halten, da diese Haltung auf zu engem Raum nicht artgerecht sei und Verhaltensstörungen verursache. Zoo-Gehege sollten daher generell leer bleiben, nicht nur an einem Aktionstag, schreibt Peta in einer Mitteilung.

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