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Kronberg

Kronberg: Philosophenweg-Kompromiss tritt in Kraft

Mehrheitsbeschluss nach namentlicher Abstimmung: Opel-Zoo erhält Planungssicherheit

Die Stadtverordneten haben den Bebauungsplan Opel-Zoo mit großer Mehrheit als Satzung beschlossen. Damit wurde vorerst ein Schlussstrich unter eine jahrelange und für alle Beteiligten aufreibende Diskussion gezogen, die auch am Donnerstagabend in der Stadthalle noch einmal aufflammte.

Die Wählergruppe Kronberg für Bürger (KfB) hatte, dem Vernehmen nach erst am Mittwochabend, per E-Mail noch fünf Änderungsanträge auf den Weg gebracht und ihre Zustimmung zum Satzungsbeschluss von deren Annahme abhängig gemacht. Ein Unterfangen mit wenig Aussicht auf Erfolg. So stimmte der zugrundeliegenden Vorlage schließlich die Mehrheit der Stadtverordneten in namentlicher Abstimmung zu – bei zwei Enthaltungen und vier Neinstimmen der KfB.

Mit den Anträgen wollte die Wählergruppe unter anderem erreichen, dass der Philosophenweg ein öffentlicher Weg bleibt und die asphaltierte Baustraße zum Waldparkplatz zurückgebaut wird. Lediglich ihr Antrag auf ein jährliches Monitoring zur Einhaltung der Maßnahmen des Bebauungsplans fand eine Mehrheit. Das ist allerdings ohnehin Teil des Bebauungsplans, jedoch bislang in einem zweijährigen Rhythmus vorgesehen.

Ein weiterer Änderungsantrag der Grünen stieß ebenfalls auf breite Zustimmung: Der Opel-Zoo soll mit den Städten Kronberg und Königstein sowie dem RMV ein Konzept erarbeiten, wie die Anreisen mit Bus und Bahn deutlich gesteigert werden können.

Mit dem geänderten Bebauungsplan sei allen Forderungen des Zoos stattgegeben worden, monierte Heide-Margaret Esen-Baur (KfB). Sie erinnerte unter anderem an die Bürgerbeteiligung über die Internetplattform eOpinio. Während die Bürger Kronbergs und Königsteins Kompromissbereitschaft gezeigt hätten, habe sich der Opel-Zoo „nie veranlasst gesehen, mit den Bürgern Kompromisse einzugehen“. Der Adressat der Kritik, Zoo-Direktor Thomas Kauffels, saß am Donnerstagabend im Publikum.

Während sich CDU und FDP nicht mehr in die Aussprache einschalteten, fand Hans-Robert Philippi (SPD) die Zeit für einige grundsätzliche Worte gekommen. Seit 20 Jahren werde das Thema diskutiert. Der ehemalige Kronberger Bürgermeister Wilhelm Kreß (SPD) habe bereits einen Vertrag mit dem Zoo ausgehandelt, der den Bürgern der Stadt alle Vorteile wie etwa freien Zugang zum Zoo gebracht hätte. Damals schon hätten sich leider die „Bedenkenträger“ durchgesetzt. Der jetzige B-Plan bilde einen Kompromiss – und mittlerweile nerve es, weiter über das Thema zu diskutieren. Die Einwände der Bürger, die die KfB zitiere, bildeten außerdem nicht die Meinung der Mehrheit der Bürger der Stadt ab.

„Wir standen dem 2012 vorgelegten B-Plan distanziert gegenüber“, sagte Udo Keil (Grüne). Seitdem habe aber die Klimakrise und der damit verbundene Biodiversitätsverlust rasant zugenommen: „Wir sehen den Zoo hier als einen natürlichen Verbündeten an.“

Als Beispiele nannte er dessen Zucht- und Auswilderungsprogramme. Enttäuscht zeigte er sich allerdings darüber, dass der ÖPNV-Beschluss, der bereits 2018 mehrheitlich angenommen wurde, immer noch nicht umgesetzt worden sei. Daher stellten ihn die Grünen mit geänderten Zeitvorgaben erneut. Das Akzeptanzproblem des Opel-Zoos bei einigen Bürgern könne seiner Auffassung nach durch eine Verbesserung der ÖPNV-Anbindung reduziert werden.

„Wir sollten nach mehr als drei Legislaturperioden unserer Pflicht als gewählte Stadtverordnete, Beschlüsse zu fassen, nachkommen“, unterstrich Alexandra Sauber (UBG). Die Wünsche, die die KfB in ihren Änderungsanträgen äußerte, seien bereits im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) diskutiert und als „nicht zielführend“ angesehen worden. Mit dem Beschluss könne der Zoo seinen Aufgaben sowie der artgerechten Tierhaltung nachkommen, ohne dass er eine Tiergefährdung durch Besucher fürchten müsse. Auch dem Naturschutz werde Rechnung getragen.

Nach der am Ende doch recht eindeutigen Beschlussfassung applaudierten die Mehrheit der Stadtverordneten sowie Bürgermeister Christoph König (SPD). Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos), der seiner Erleichterung über das Ergebnis der langwierigen Verhandlungen im Fachausschuss noch mit lautem Beifall Ausdruck verliehen hatte, nahm das Votum dieses Mal gelassen zur Kenntnis – zumindest äußerlich.

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