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Der Cellist Gidon Kremer bei der Arbeit mit jungen Musikern.

Kronberg Academy

Konzertsaal für 550 Zuhörer

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Das Casals Forum soll der Kronberg Academy neue Möglichkeiten bieten. Vereinbart ist bereits eine Kooperation mit dem Chamber Orchestra of Europe.

An die Cello- und Geigenkästen hat sich die Kronberger Bevölkerung inzwischen gewöhnt. Immer, wenn gehäuft Menschen mit solchen Requisiten durch die Gassen der Taunusstadt ziehen, weiß die Bevölkerung: Die Kronberg Academy veranstaltet wieder eine ihrer Konzertreihen – ob Kronberg Academy Festival, Meisterkurse oder das Kammermusikfestival „Chamber Music Connects the World“.

Künftig ist dafür das Casals-Forum vorgesehen, das am Kronberger Bahnhof entsteht. Geplant ist ein Kammermusiksaal mit 550 Plätzen sowie ein Studienzentrum mit Probe- und Verwaltungsräumen. 45 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, neun Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Die Differenz hat der Bund übernommen, der nun insgesamt 21 Millionen Euro beisteuert. Neben der Kronberg Academy werde dort auch das Chamber Orchestra auf Europe einziehen, kündigte Academy-Leiter Raimund Trenkler am Montag beim Jubiläumskonzert in Wiesbaden an. 2021 soll das Casals-Forum fertig sein.

Benannt ist es nach dem berühmten Cellisten und Menschenrechtler Pablo Casals. An dessen 20. Todestag, dem 22. Oktober 1993, hatte Trenkler gemeinsam mit seinem Musiker-kollegen und Vorbild Mstislaw Rostropowitsch und Casals’ Witwe Marta Casals Istomin das erste Cello-Festival in Kronberg eröffnet – die Geburtsstunde der heutigen Kronberg Academy.

Schon damals sei eine „ganz besondere Atmosphäre“ zu spüren gewesen, sagte Casals Istomin nun während der Feier zum 25-jährigen Bestehen der Academy, „eine Atmosphäre der Inspiration, Freundschaft und Verantwortung für die höchsten musikalischen und menschlichen Werte“. Und daran habe sich bis heute nichts geändert.

Ziel der Kronberg Academy war es von Anfang an, talentierte Nachwuchskünstler aus aller Welt mit den Besten ihres Faches in Kontakt zu bringen. Dafür stehen etwa die Meisterkurse, die interessierten Besuchern die Möglichkeit bieten, bei öffentlichen Proben hautnah dabei zu sein, wenn Stars der Szene wie Simon Rattle, Gidon Kremer oder Christoph Eschenbach als Dozenten mit jungen Musikern arbeiten. Eine besonders enge Verbindung hatte die Academy zu dem 2007 verstorbenen Mstislaw Rostropowitsch, dem Kronberg den Ehrentitel als „Welthauptstadt des Cellos“ verdankt.

Vor zwölf Jahren hat die Kronberg Academy ihren Ansatz auch in den Alltag überführt. Seitdem bietet sie 25 Studienplätze für hochbegabte junge Musiker. Um auch Kinder und Jugendliche aus der Region an die Welt der Musik heranzuführen, entstand vor 20 Jahren das Emanuel-Feuermann-Konservatorium, an dem aktuell 80 Mädchen und Jungen im Alter zwischen fünf und 18 Jahren unterrichtet werden.

Die nächste öffentliche Veranstaltung ist das Projekt „Mit Musik – Miteinander“ von Freitag bis Sonntag, 26. bis 28. Oktober. Dabei unterrichten Studierende und Alumni der Kronberg Academy eine Gruppe von talentierten Schülerinnen und Schülern. Wer möchte, kann an allen drei Tagen bei freiem Eintritt die Proben in der Stadthalle Kronberg besuchen. Zum Abschluss gibt es am Sonntag ab 15 Uhr ein Werkstattkonzert.

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