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Fauch! Kaum haben die kleinen Geparden ihr neues Zuhause bezogen, beginnt schon das Gerangel um die besten Plätze.

Kronberg

Geparden-Nachwuchs im Opel-Zoo in Kronberg kommt ins Freie

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Erstmals gibt es Junge bei den Großkatzen im Opel-Zoo in Kronberg. Die sechs Jungtiere sind ab sofort im Außengehege zu sehen.

Als der Presserummel vorbei ist, zieht sich Mutter Jamari mit ihren sechs Kleinen zum Kuscheln in die Holzhütte zurück, die nun ihr neues Heim ist. Nur eines der Geparden-Jungen hat bereits mutig allein das Gehege erkundet und liegt ein paar Meter von seinen Geschwistern entfernt im Schatten.

Am Freitag konnten Opel-Zoo-Direktor Thomas Kauffels und sein Team stolz den ersten Geparden-Nachwuchs in der Geschichte des Tierparks der Öffentlichkeit präsentieren. Jamari und ihre Kleinen tollten dann auch wie gewünscht durch das Freigehege, rauften miteinander und posierten für Fernseh- und andere Kameras. „Süüß“, entfuhr es selbst erfahrenen Medienschaffenden. Die ersten vier Lebenswochen hatte der Geparden-Sixpack noch gut geschützt zusammen mit der Mutter in ihrer Wurfbox hinter den Zoo-Kulissen verbracht. Nun können die Besucher dem Großkatzen-Nachwuchs beim Großwerden zuschauen.

Mit ihrem Gesundheitszustand ist Tierärztin Uta Westerhüs sehr zufrieden. Sie hat die jungen Geparden untersucht, gewogen, entwurmt – und dabei auch noch festgestellt, dass es sich um fünf Jungs und ein Mädchen handelt.

Seit neun Jahren hält der Opel-Zoo auf seiner Anlage Geparde. Nun ist es erstmals gelungen, Jungtiere zu züchten.

Weltweit gibt es schätzungsweise noch 7000 Geparde in Freiheit. Im südlichen Afrika ist der Bestand gefährdet, im Nordwesten des Kontinents stark gefährdet und in Asien gilt die Population bereits als vom Aussterben bedroht. twe

Das Geschlecht zu ermitteln, sei in diesem Alter gar nicht so einfach, erläutert Désirée Studt, die als Revierleiterin für das Wohlergehen der Opel-Zoo-Geparden zuständig ist. Noch falle es selbst ihr schwer, die sechs überhaupt auseinanderzuhalten. Begeistert ist Studt von Jamari. „Sie macht alles richtig“, lobt die Revierleiterin, alle Jungen würden von ihr gleich behandelt.

Dabei ist die Gepardin zum ersten Mal Mutter geworden. Was keine ganz einfache Geburt war: Nachdem der Versuch einer Paarung im Opel-Zoo nicht zustande gekommen war, wurde Jamari nach Münster ausgeliehen. Mit dem dortigen Kater klappte es besser, im Frühjahr kehrte sie trächtig nach Kronberg zurück.

Was die Jungen angeht, beginne nun eine besonders spannende Zeit, sagt Désirée Studt. „Jeden Tag geschieht etwas Neues.“ Besonders interessant werde es, wenn die kleinen Geparde die Bäume im Gehege entdecken. Denn die Großkatzen sind nicht nur schnell in der Ebene unterwegs, sie klettern auch gerne.

Ihr ganzes Leben werden die jungen Geparde nicht im Opel-Zoo verbringen. Wie Thomas Kauffels ankündigt, müssen sie mit etwa anderthalb Jahren in andere Zoos umziehen, um im Rahmen eines europaweiten Zuchtprogramms zum Erhalt ihrer bedrohten Art beizutragen.

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