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Ein Poller in der Friedrich-Ebert-Straße verhindert die Durchfahrt.

Kronberg

Fußgängerzone in der Altstadt

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Der untere Teil der Friedrich-Ebert-Straße wird dauerhaft autofrei. Vorausgegangen ist ein mehrmonatiger Testbetrieb.

Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) wird einen Teil der Kronberger Altstadt dauerhaft zur Fußgängerzone erklären. Wie der Rathauschef beim Neujahrsdialog der Stadt angekündigt hat, will er den bisherigen Testbetrieb auf dem Teilstück der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Frankfurter Tor und Schirn vom 1. Februar an zur Regel machen.

Während des mehrmonatigen Probelaufs habe sich der Durchgangsverkehr in der Altstadt deutlich verringert und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität erhöht, begründete Temmen seine Entscheidung. Das seien die beiden zentralen Ziele gewesen.

Laut einer Verkehrszählung, bei der Werte aus dem Jahr 2015 mit denen während des Testbetriebs verglichen worden sind, hat sich der Durchgangsverkehr durch die neue Verkehrsführung um fast 60 Prozent verringert. Von den 444 Fahrzeugen, die während der sechsstündigen Zählung in die Altstadt hineingefahren sind, wurden 312 als Ziel- und Quellverkehr eingestuft. Bei der Zählung drei Jahre zuvor lag das Verhältnis bei 686:366. Die Einfahrt in die Altstadt ist nur noch über die Tanzhausstraße möglich. Das gilt auch für den Stadtbus, für den die Haltestelle Receptur entfallen ist.

Wichtig seien ihm aber nicht nur die nackten Zahlen, sondern auch die Akzeptanz der Regelung bei den Bürgern, betont Temmen. Deshalb hat die Stadt Passanten und Gewerbetreibende zur neuen Verkehrsführung befragen lassen. Der überwiegende Teil habe sich dafür ausgesprochen, fasst der Rathauschef die Ergebnisse zusammen: 81 Prozent der befragten Passanten und 70 Prozent der Geschäftsleute sehen in der Fußgängerzone eine Bereicherung. Lediglich bei der Frage, inwieweit sich der Umsatz in den Geschäften verändert hat, hielten sich positive und negative Rückmeldungen die Waage.

Ganz ohne Probleme ist aber auch der Testbetrieb nicht abgelaufen. So gab es Beschwerden von Geschäftsleuten, in der Tanzhausstraße werde zu schnell gefahren, und einige Fahrzeuge seien entgegen der Einbahnstraße unterwegs gewesen. „Ein Unfall ist uns aber nicht bekannt“, sagt Andreas Bloching, der im Rathaus für die Wirtschaftsförderung zuständig ist.

Manche Passanten ärgerten sich wiederum über Radfahrer, die mit zu viel Tempo in der Fußgängerzone unterwegs waren. Eine Gefahr für Fußgänger sei aber nicht erkennbar gewesen, sagt Temmen. Deshalb soll die Fußgängerzone für den Radverkehr geöffnet bleiben. Es werde aber weiterhin Kontrollen geben, kündigt der Rathauschef an.

Für das Ordnungsamt bedeutete der Testbetrieb, der im März vorigen Jahres begonnen hatte, ohnehin reichlich zusätzliche Arbeit. Obwohl zu Beginn die Aufklärung im Vordergrund gestanden habe, wurden im April 88 Verwarnungen erteilt. Die Zahl der Verkehrsteilnehmer, die unerlaubt in die Fußgängerzone hineinfuhren, habe sich seitdem aber deutlich reduziert, betont der Bürgermeister. Im November waren es nur noch 13, im Dezember 11.

Um die Durchfahrt durch die untere Friedrich-Ebert-Straße zu verhindern, hatte die Stadt zunächst einen Kipp-Poller eingesetzt. Der habe sich aber nicht bewährt, sagt Bürgermeister Temmen. Deswegen wurde im Oktober ein abschließbarer Metallpoller aufgestellt. Man denke aber für die Zukunft auch über eine versenkbare Variante nach.

Bereits seit 2015 gab es bei der Stadt Überlegungen, die Verkehrsführung in der Altstadt zu ändern. Den Arbeitskreis Lebenswerte Altstadt (ALA) beschäftigt das Thema sogar schon seit seiner Gründung vor mehr als 25 Jahren.

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