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Opel-Zoo bekommt neue Tiere

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Es gibt neue Anlagen für Hirscheber und Lemuren. Groß ist die Freude über die steigenden Besucherzahlen.

Der Brexit beschäftigt derzeit nicht nur Banker und Politiker, sondern auch Zoodirektoren. Dem bevorstehenden Abschied Großbritanniens aus der EU sei es zu verdanken, dass die bereits fertig gestellte Hirscheber-Anlage noch verwaist sei, teilte Thomas Kauffels, der Leiter des Opel-Zoos, am Montag vor der Presse mit.

Die entsprechende Behörde auf der Insel werde zurzeit mit Anträgen überschüttet, gleichzeitig sei auch noch das Personal reduziert worden. Immerhin habe der englische Partnerzoo inzwischen die nötige Ausfuhrgenehmigung für die schweineähnlichen Tiere mit den markant nach oben gebogenen Hauern erhalten. Kauffels hofft, dass die auch Babirusas genannten Tiere die Anlage im Laufe des Frühjahrs beziehen werden.

Schließlich hat der Opel-Zoo dafür eigens ein „Tier-Domino“ in Gang gesetzt, wie der Direktor das nennt: Die Kängurus mussten ihr Gehege für die Hirscheber räumen und sind auf die bisherige Straußen-Anlage umgezogen; die afrikanischen Laufvögel wiederum tummeln sich nun in der früheren Giraffenanlage.

Immer noch unbewohnt ist das ehemalige Flusspferdgelände. Das soll aber auch nicht mehr lange so bleiben, kündigte Thomas Kauffels an. Geplant ist als Ersatz eine neue Anlage für Kattas und Varis, zwei Lemurenarten, die bislang noch nicht in dem Tierpark zu sehen sind. Der Clou: In dem 675 Quadratmeter großen Freigehege sollen sich Halbaffen und Besucher ohne trennende Zäune begegnen können. Dass die Lemurenanlage noch in diesem Jahr eröffnet werden kann, wollte Kauffels aber nicht versprechen. Demnächst werde man erst einmal den Bauantrag einreichen.

Ebenfalls noch unklar ist, wann der öffentliche Philosophenweg geschlossen wird, der mitten durch den Tierpark führt. Der Opel-Zoo bemühe sich bereits seit 1971 darum, blickte Thomas Kauffels zurück. Das Kronberger Parlament hatte Ende des vergangenen Jahres beschlossen, den entsprechenden Bebauungsplan zu ändern. Im Gegenzug hatte die „von Opel Hessische Zoostiftung“ als Träger des Zoos zugesagt, Kronbergern und Königsteinern während der Öffnungszeiten weiterhin einen kostenfreien Durchgang zu ermöglichen. Wenn das politische Verfahren abgeschlossen sei, wolle man die entsprechende Infrastruktur möglichst schnell schaffen, kündigte Thomas Kauffels an. Dazu gehören ein Chipsystem und eine neue Kasse am Zugang aus Richtung Kronberg.

Nur wenig Begeisterung hat bei den Verantwortlichen des Opel-Zoos der Vorschlag von Regionalverbandsdirektor Thomas Horn (CDU) ausgelöst, den Frankfurter Zoo an die Stadtgrenze in Richtung Steinbach zu verlegen – womit er auch deutlich näher an den Opel-Zoo heranrücken würde. Aus seiner Sicht sei es sinnvoller, den Frankfurter Zoo als Stadtzoo zu erhalten, sagte der Vorsitzende der Opel-Zoo-Stiftung, Gregor von Opel. Schließlich fungiere der Frankfurter Zoo auch als „grüne Lunge“ für die Innenstadt.

Interessiert beobachtet von Opel die Frankfurter Pläne, den Zoobesuch für Kinder kostenfrei zu machen. Grundsätzlich begrüße er diesen „freien Zugang zu Bildung und Kultur“. Allerdings würde er sich eine ähnliche Unterstützung auch für die eigene Institution wünschen. Die muss allerdings weiterhin ohne öffentliche Zuschüsse auskommen. Um neue Projekte zu stemmen, seien „Spenden, Sponsoren und Mäzene“ nötig. Immerhin könne der Zoo auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurückblicken.

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