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Kritik am Stadtwerke-Umzug

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Von: Fabian Böker

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Hier sollen die Stadtwerke hin. Nicht jeder findet das gut.
Hier sollen die Stadtwerke hin. Nicht jeder findet das gut. © Michael Schick

BLB und Ober-Erlenbacher SPD wollen keine Ansiedlung am Bahnhof / Zweifel an Grundlage.

Nach jahrelanger Diskussion schien Ende Juli die endgültige Lösung gefunden: Das Postareal am Bahnhof wird mit einem Kino und einer Disco bebaut, außerdem erhalten die Stadtwerke dort ein neues Verwaltungsgebäude. Doch genau an diesem Aspekt mehrt sich nun die Kritik. Neben der BLB ist es auch ein Teil der SPD, der den Neubau am Bahnhof ablehnt.

Die Kritik aus den Reihen der SPD kommt überraschend, weil die Bad Homburger Partei, die mit der CDU eine Regierungskoalition bildet, an sich den Plänen positiv gegenübersteht. In einer Pressemitteilung hatte Fraktionsvorsitzender Jürgen Stamm nach Bekanntgabe der Pläne geschrieben: „Die Stadtwerke gehören in die Stadt.“ Nun schreibt Wilma Schnorrenberger, Vorsitzende der Ober-Erlenbacher SPD und Fraktionskollegin von Stamm, dass ihr Ortsbezirksverein „die Planungen zum Neubau der Stadtwerke auf dem Postareal am Bahnhof“ bedaure. Die Bedingungen am jetzigen Standort in Ober-Erlenbach seien ideal.

Das fange, so Schnorrenberger, „bei der Verkehrsanbindung an. Der Stadtbus hält direkt am Eingang“. Auch seien ausreichend Parkplätze für Mitarbeiter und Kunden vorhanden. Der Zwang, eigens nach Ober-Erlenbach zu fahren, was von Befürwortern des Umzugs als Argument angeführt werde, sei aber gar nicht vorhanden, sagt die SPD-Frau. Die Energieberatungs-Stelle im Rathaus könne sämtliche Anliegen der Bad Homburger abdecken.

Standortvorteil für Ober-Erlenbach

Weitere Standortvorteile für Ober-Erlenbach sieht Schnorrenberger in den Lagerkapazitäten und der Lage im Gewerbegebiet, wodurch es keine Lärmbelästigung für Anwohner gebe. So bleibt für sie nur das Fazit: „Wir möchten, dass über einen Verbleib der Stadtwerke in Ober-Erlenbach nochmals nachgedacht wird.“

Diesem Wunsch schließt sich die Bürgerliste Bad Homburg (BLB) an, nennt dafür aber andere Gründe. Armin Johnert, Fraktionsvorsitzender der BLB, bezieht sich auf ein Argument, dass von Oberbürgermeister Alexander Hetjes bei der Präsentation der Pläne angeführt wurde. Demnach müssten die Stadtwerke innerhalb einer bestimmten Zeit in Notfällen jeden Haushalt der Stadt erreichen können. Das sei von Ober-Erlenbach aus nicht möglich, vom Bahnhof aus schon.

Nun berichtet Johnert, dass seine Partei in den Sommerferien recherchiert und mit anderen Stadtwerken in Hessen gesprochen habe. „Eine gesetzliche Vorschrift, die Einsatzzeiten regele für Stadtwerke, konnten wir beim besten Willen nicht finden“, so der Fraktions-Chef.

Johnert will es nun genau wissen. Noch im Juli hat er deshalb eine Anfrage an den Magistrat gestellt, in der er nach der gesetzlichen Vorlage fragt.

Eine solche gesetzliche Vorgabe gibt es nicht. So teilt es Andreas Möring, Sprecher der Stadt Bad Homburg, mit. Was es gebe sind Regelungen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches. Dieser zertifiziert unter anderem die Gasversorger, also auch die Stadtwerke. In einem Arbeitsblatt heiße es, dass innerhalb von 30 Minuten ein Haushalt, in dem ein Notfall vorliege, erreicht sein müsse.

Die Stadtwerke anderer Kommunen ließen eine Anfrage unbeantwortet. Aus Bad Vilbel hieß es vage: „Für uns gelten die gleichen gesetzlichen Regelungen wie für Bad Homburg.“ Welche das seien, wurde nicht gesagt.

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