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Kreis zahlt für Kinderstation

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Dass die Versorgung von Kindern an den beiden Kreiskrankenhäusern besser werden soll darin sind sich alle einig. Doch über das Wie gibt es Streit im Kreistag.

Die Versorgung von Kindern an den Hochtaunuskliniken in Bad Homburg und Usingen soll besser werden. Darin waren sich die Parteien in der Kreistags-Sitzung einig. Streit gab es allerdings um die Frage, wie dies konkret aussehen und ob der Hochtaunuskreis dabei finanziell in Vorleistung treten soll.

Die schwarz-rote Koalition setzte schließlich ihre Vorstellungen durch. Sie sehen eine stationäre und ambulante pädiatrische Rund-um-die-Uhr-Versorgung in Bad Homburg vor, während es in Usingen nur ein ambulante Notfallversorgung geben soll sowie eine kinderärztliche Sprechstunde am Wochenende. Allerdings muss dazu noch ein Partner gefunden werden, der die nötige Zulassung des Landes für den Betrieb einer Kinderstation besitzt. Anträge der Hochtaunuskliniken auf eine eigene Kinderstation im Homburger Krankenhaus hat das Sozialministerium abgelehnt.

Die Geschäftsführerin der Hochtaunuskliniken, Julia Hefty, hatte jüngst Verhandlungen mit dem Sana Klinikum Offenbach bestätigt. Es gebe aber noch weitere Interessenten, betonte Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Um die Verhandlungen zu erleichtern hat die Koalition nun beschlossen, dass der Kreis ein Drittel des zu erwartenden Defizits von rund einer Million Euro übernehmen soll. Den Rest wollen die Stadt Bad Homburg und der Förderverein Kinderklinik stemmen. Hetjes sagte zu, dass er einen entsprechenden Antrag in der Kurstadt einbringen werde.

„Das ist kein Bereich, in dem man Gewinne machen kann“, rechtfertigte SPD-Fraktionschef Stephan Wetzel den Zuschuss. Mit der geplanten Kinderstation in Bad Homburg sowie der ambulanten Versorgung in Usingen wolle man eine „sehr große Verbesserung“ für die Menschen im Hochtaunuskreis schaffen.

Eine stationäre Aufnahme sei erfahrungsgemäß nur bei sehr wenigen Kindern nötig, entgegnete Christian Albrecht (Grüne). Deshalb plädierte seine Partei dafür, das Angebot auf eine kinderärztliche Notfallambulanz für die sprechstundenfreien Zeiten der örtlichen Kinderärzte zu begrenzen. Die Pläne von CDU und SPD hingegen seien ein „finanzielles Abenteuer“. Schließlich handle es sich bei dem in Rede stehenden Partner Sana um ein profitorientiertes Unternehmen. Seine Partei habe Sorge, dass die Kinderstation als „Initialzündung für eine Privatisierung“ der gesamten Kliniken dienen könnte.

FDP und FWG monierten, dass die Vorlage der Koalition noch kein Konzept enthalte, dafür aber schon finanzielle Zusagen mache. „Wir sehen noch viele Unwägbarkeiten“, sagte FDP-Fraktionschef Philipp Herbold. (twe)

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