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Hochtaunus

Kreis will neue Büros bauen

  • vonAlexander Schneider
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Pläne für Gebäude auf dem Gelände der Hochtaunus-Kliniken. Mittel- bis langfristig werden 100 bis 150 zusätzliche Arbeitsplätze gebraucht.

Die Kreisverwaltung braucht Platz. Laut einer Untersuchung werden mittel- bis langfristig 100 bis 150 zusätzliche Arbeitsplätze gebraucht – das ist im Landratsamt nicht machbar.

Öffentlich diskutiert wurde das Problem bisher nicht. Wer den Etatentwurf des Kreises für das Jahr 2021 genau studiert, findet jedoch die Lösung: Gegenüber dem Landratsamt, auf dem Gelände der Kliniken, neben der Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), soll auf dem Schotterparkplatz ein Bürogebäude entstehen.

Man sei dabei, im Einvernehmen mit der Stadt Bad Homburg den Bebauungsplan anzupassen, heißt es im Etat. Preise und Termine für das Projekt, das im Haushalt unter „Hochbaumaßnahme“ firmiert, gibt es auch schon: Die Planungsvergabe soll im Herbst 2021 beginnen und 1 050 000 Euro kosten, der Planungsbeginn ist für Frühjahr 2022 vorgesehen, Baubeginn könnte Ende 2023/Anfang 2024 sein. Im Herbst 2025 – 12,1 Millionen Euro später – könnte eingezogen werden.

Eigentlich sollte das Projekt kein Thema bei der Etat-Klausur sein, es kam dann aber doch zur Sprache. Bei Etatberatungen und der Suche nach Geld für neue Radwege innerhalb der FDP-Fraktion sei man auf die 1 050 000 Euro gestoßen, von denen man sich nicht vorstellen könne, dass sie schon 2021 ausgegeben werden können, sagte Stefan Naas (FDP) auf Nachfrage, ihm sei das Projekt „völlig neu“.

Er frage sich, ob es für ein solches Vorhaben, das schon weit gediehen zu sein scheine, überhaupt Bedarf gebe, so der Fraktionsvorsitzende: „Während überall in Rhein-Main Büros leer stehen, weil coronabedingt im Homeoffice gearbeitet wird, will der Kreis für 150 Leute neu bauen.“ Dabei trage er seit Jahren Dutzende offene, im Etat eingepreiste, aber unbesetzte Stellen vor sich her. Die nicht benötigten, aber etatisierten Gehälter seien praktisch, stellten sie doch eine Finanzreserve von bis zu vier Millionen Euro dar, sagte Naas. Nur so könne man mal eben problemlos vier Millionen Euro pandemiebedingte Mehrkosten auffangen. Er sei gespannt zu erfahren, wie die Notwendigkeit des Neubaus begründet werde: „Wenn es überhaupt Sinn machen sollte, zusätzlichen Büroraum zu schaffen, müsste zumindest geprüft werden, ob es für das ,Landratsamt zwo‘ nicht auch eine Anmietung tut.“

Leitstelle könnte umziehen

Überrascht zeigte sich auch Grünen-Sprecher Dirk Sitzmann. Er wolle die Notwendigkeit des Projektes zwar nicht in Frage stellen, dazu sei darüber zu wenig bekannt. Sitzmann forderte den Landrat aber auf, zeitnah darüber zu informieren.

Landrat Ulrich Krebs (CDU) ging nicht auf das Projekt ein, monierte aber, dass Naas „wortgewandt wie stets im Beisein der Öffentlichkeit solche Bilder stelle“ und verwahrte sich gegen die Formulierung „Landratsamt zwo“. Niemand mache ein Geheimnis daraus, dass Teile der Verwaltung mangels Fläche ausgelagert seien. Auf Nachfrage bestätigte die Kreispressestelle die Pläne. Neueinstellungen erforderten höheren Raumbedarf. Auf dem Klinikareal könne „eventuell dieser Bypass entstehen“. Künftige Homeoffice-Regelungen und damit verbundene Änderungen in der Arbeitswelt würden bei der Planung berücksichtigt, hieß es.

Wie viel Fläche konkret benötigt wird, sagte der Kreis nicht, wohl aber, dass die Erziehungsberatung Bad Homburg und Usingen, das Amt für Ländlichen Raum, das Jugendbildungswerk und die Kfz-Zulassungsstelle in Usingen ausgelagert seien. Die Zahl der offenen Stellen wird mit 40 beziffert. Es handele es sich um eine „mittelfristige Planung für die kommenden Jahre“. Dabei werde auch geprüft, ob der Umzug der Leitstelle auf das Klinikgelände sinnvoll erscheint.

Die Stadt Bad Homburg, die für den Bebauungsplan die Planungshoheit hat, sei erst grob über das Projekt informiert, erklärte Stadtsprecher Marc Kolbe. Es habe ein Gespräch mit dem Kreis gegeben, in dem dieser das Projekt grob skizziert habe.

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