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Vom Krankenhaus in den Thronsaal

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Von: Olaf Velte

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Handwerker helfen im Homburger Schloss aus.

Karl Weber, Verwaltungschef der Hessischen Schlösser und Gärten, kann zwölf neue Mitarbeiter im ehemaligen Homburger Herrschaftssitz begrüßen. Es sind gestandene Fachkräfte, keine Neulinge oder Berufseinsteiger. Zwölf Menschen, die einst am Uniklinikum Gießen/Marburg beschäftigt waren.

„Sie wurden wegen anstehender Arbeiten zu uns abgeordnet“, sagt Weber, der „dankbar“ über die zusätzliche Hilfe ist. Damit das Dutzend effektiv eingesetzt werden kann, musste Platz geschaffen werden. Sechs Schreibtische mit Bildschirmen und Tastaturen stehen nun in dem freigeräumten Thronsaal – ein Großraumbüro inmitten historisch-bedeutsamer Umgebung. Hier werden die sogenannten mobilen Kulturgüter des Schlosses inventarisiert. Die restlichen Ex-Klinik-Beschäftigten – allesamt Handwerker von Beruf – unterstützen die Restaurierungswerkstätten.

Bereits im Vorfeld der Umsiedlung wurden die Qualifikationen der neuen Mitarbeiter berücksichtigt: „Wir haben die Leute speziell ausgewählt.“ Dass sie jeden Tag aus dem Gießener Raum anreisen müssten, sei im heutigen Arbeitsleben kein Hindernis. „Viele unserer Angestellten nehmen weite Wegstrecken auf sich.“

Die Stellen sind zunächst befristet. „Sechs Monate sind fest eingeplant“ – was danach werde, sei noch offen. Kurzfristig wurde auch eine frei gewordene Wohnung im Dachgeschoss zu einem Büroraum umfunktioniert. Der dortige Mieter ist unlängst verstorben. Insgesamt hat die Schlösser-Verwaltung zwanzig Wohneinheiten im historischen Homburger Ensemble unter ihrer Obhut.

Nach der Privatisierung des Klinikums und einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts müssen 367 ehemalige Beschäftigte vom Land Hessen weiterbeschäftigt werden. Die meisten von ihnen konnten in Nordhessen unterkommen.

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