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Krach um Jugendliche

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Von: Detlef Sundermann

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Neuer mobiler Kiosk im Jubiläumspark
Neuer mobiler Kiosk im Jubiläumspark © Michael Schick

Der Bad Homburger Jubiläumspark ist ein beliebter Treffpunkt bei Jugendlichen. Doch jetzt machen Anwohner wegen Lärmbelästigung mobil.

Eine beschauliche Gegend. Überwiegend Gründerzeithäuser reihen sich entlang der Landgrafenstraße aneinander, auf der anderen Straßenseite breitet sich der Jubiläumspark aus, den die Bad Homburger knapp Jubi-Park nennen. „An manchen warmen Abend ziehen Horden von Jugendlichen hoch“, erzählt eine ältere Frau, die auf den Bus wartet und ihren Namen nicht sagen möchte. Sie selbst sei keine direkte Anwohnerin des Jubi-Parks. „Es sind halt junge Leute“, sagt sie und steigt in den Bus.

Wer unmittelbar an der Grünanlage im Bereich der Bänke und Tische wohnt, sieht das offenbar nicht so entspannt. Es gab Beschwerden an die Stadt. Laut Links-Fraktion sollen sie von 50 Anwohner kommen. Die Fraktion stellte im vergangenen Jahr aus diesem Grund eine Anfrage an den Magistrat und kommt dieser Tage in einer Pressemitteilung zu dem Ergebnis: „Jubiläumspark, ein weiteres Jahr Untätigkeit“. Stadt sowie Kur- und Kongress GmbH hätten es nicht fertiggebracht, das seit 2007 bekannte Problem zu lösen.

Die Linken fordern eine Änderung der Stadtordnung. Eine Stunde nach Einbruch der Dunkelheit sollten Ruhestörungen mit einem „empfindlichen Ordnungsgeld geahndet werden“.

Das Ordnungsamt sieht sich nicht in der Rolle des Untätigen. „Seit dem Jahr 2008 wird bei schönem Wetter täglich von 19 bis 24 Uhr kontrolliert“, sagt Roswitha Hoflender von der Pressestelle der Stadt auf Anfrage der FR. Ob dieses Vorgehen der Ordnungsbehörde Wirkung zeige, sei schwierig einzuschätzen. In den vergangenen Tagen habe es keine Auffälligkeiten oder Beschwerden gegeben. Selbst in den Hitzewochen sei es am späten Abend im Jubiläumspark ruhig gewesen, teilt Hoflender mit.

Ungeachtet der gegenwärtigen Ruhe werde die Stadt nach einer Lösung suchen, die Anwohner und Jugendliche miteinbeziehen und zufriedenstellen soll, so Hoflender. Eine einvernehmliche Lösung will offenbar auch die Kur- und Kongress GmbH.

Konkretes ist jedoch derzeit von dort nicht zu erfahren. Kurdirektor Ralf Wolter befindet sich im Urlaub.

Colin Seebach, Vorsitzender der Jungen Bürger, der Jugendorganisation der BLB (Bürgerliste Bad Homburg), reagiert auf die Mitteilung der Links-Fraktion. Er wehrt sich gegen eine „Pauschalverunglimpfung der Jugendlichen“. Es könne nicht angehen, dass wegen ein paar Personen, „die sich absolut nicht an Regeln des Zusammenlebens halten wollen“, die Nutzung des Parks für andere Jugendliche eingeschränkt werde. Seebach sucht nun „Mitstreiter für ein friedliches Miteinander im Jubi-Park“. Einen Kompromiss sieht er etwa darin, die Sitzgruppe baldmöglichst in die Wiesenmitte zu platzieren. Dort sei ohnehin ein überdachter Freisitz geplant. Der Jung-BLBler will in diesen Tagen im Jubi-Park informieren und Unterschriften für einen Gegenappell sammeln.

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