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Kommissare kämpfen für Kinder

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Von: Andrea Herzig

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Auf einer großen Benefizveranstaltung im Kurtheater Bad Homburg sollen Gelder gesammelt werden, um mehrere Projekte für Kinder in der philippinischen Hauptstadt Manila zu unterstützen. Mit dabei: Vier bekannte Schauspieler des Kölner Tatort-Teams.

Wie es wirklich ist, erzählt der Schauspieler Christian Tasche gestern am Telefon, kann man sich erst vorstellen, wenn man dort gewesen ist, „Ich war ganz erschlagen von dem Elend“, berichtet der 56-Jährige über seinen ersten Besuch in Manila im Januar. Tasche spielt im Kölner Tatort den Staatsanwalt. 1997, als der „Tatort Manila“ unter anderem vor Ort gedreht wurde, war Tasche zwar schon im Team, aber nicht in Südostasien dabei.

Der Tatort handelt von Kinderprostitution, einem Mädchen, das in ein Kinderbordell nach Deutschland und zurück auf die Straßen von Manila verschleppt wird. Eine wahre Geschichte, wie sie auf den Philippinen leider oft vorkommt. Sie brachte die Schauspieler Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär und Joe Bausch dazu, etwas für diese Kinder zu tun. Zusammen gründeten sie den Verein „Tatort - Straßen der Welt“.

Der Kollege Tasche schloss sich später an. Seine Schilderungen am Telefon helfen mit, eine große Benefiz-Veranstaltung am 14. Oktober im Kurtheater Bad Homburg vorzubereiten, die das Kulturamt der Stadt zusammen mit dem Tatort-Verein und der Künstlerin INK auf die Beine stellt, um mehrere Projekte für Kinder in Manila zu finanzieren.

Kölsch und Currywurst

Alle vier bekannten Schauspieler des Tatort-Teams aus Köln haben für den Termin am 14. Oktober in Homburg zugesagt. Sie werden einen Einblick in ihre Fernseharbeit geben und zudem sehr persönliche Eindrücke ihrer Arbeit in Manila schildern. Im Foyer wird dann auch die berühmte Currywurst-Bude stehen, an der die Tatort-Legenden immer ihr Abschlussbier trinken. Kölsch und Currywurst werde auch dem Publikum gereicht, verspricht Kulturdezernentin Beate Fleige. Bei der Vorstellung des Projekts hat Fleige ein Frau neben sich sitzen, die den Tatort-Verein seit Jahren unterstützt. Die Künstlerin INK, mit bürgerlichem Namen Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce, zeichnet die Straßenkinder von Manila. Auch die Schauspieler des Tatort-Teams hatte sie reihum vor dem Bleistift, Porträts von Behrendt und Bausch hat sie mit ins Rathaus gebracht. Der Kontakt hierher kam vor rund einem Jahr zustande, als die Künstlerin in der Englischen Kirche ausstellte.

Sonntags Verbindung zum Tatort-Verein entstand über ein Foto. Die Künstlerin bekam es zufällig zu Gesicht. Es zeigt vier Straßenkinder in Manila, vor einer Wand hockend. Die Künstlerin erkannte darauf Kinderkleider, die sie aus dem Fundus ihrer eigenen Kinder in eine Kleidersammlung gegeben hatte. Ein bizarrer Zufall. Für die Künstlerin war das ein Fingerzeig, sich für diese Sache zu engagieren. Inspiriert von Fotos zu Projekten, die der Tatort-Verein unterstützt, entstand daraufhin die Serie „Mit dem Rücken zur Wand“. Unter anderem fließt der Großteil des Katalogerlöses zur Serie dem Tatort-Verein zu.

Sonntag erzählt von einem wichtigen Projekt, das der Verein in Manila unterstützt: Ein Heim für rund 100 Jungen, in dem die Kinder im Alter zwischen zehn bis 18 Jahren ein Zuhause finden, Essen bekommen und auch eine einfache Ausbildung. Eine Trauma-Behandlung gehört ebenfalls zum Programm. Ein Heim für 45 Mädchen wird gerade gebaut, 400 000 Euro muss der Verein allein für die Baukosten aufbringen. Auch dafür wird am 14. Oktober in Bad Homburg gesammelt.

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