Am 22. Juni startet das Freibad im Woogtal in die neue Saison. Allerdings unter Auflagen.
+
Königstein: Am 22. Juni startet das Freibad im Woogtal in die neue Saison. Allerdings unter Auflagen.

Schwimmbäder in Königstein

Bäder dürfen wieder öffnen: Hygiene- und Distanzregeln haben es jedoch in sich

  • Stefan Jung
    vonStefan Jung
    schließen

Das Freibad in Königstein öffnet am 22. Juni. Die Hygieneauflagen machen allerdings eine Limitierung von Besucherzahl und Aufenthaltsdauer erforderlich.

  • Frei- und Hallenbäder dürfen nach der Corona*-Pause wieder öffnen
  • Es gelten jedoch bestimmte Hygiene- und Distanzregeln
  • Auch die Bäder in Königstein müssen vor der Wiedereröffnung noch einige Vorkehrungen treffen - mit unserer Newsapp bleiben Sie auf dem Laufenden

Königstein - Der Königsteiner Badesommer 2020 wird wohl doch kein Schlag ins Wasser. Hatten Wasserratten, Bahnenzieher und Liegewiesen-Enthusiasten noch vor wenigen Wochen die durchaus begründete Sorge, dass sie wegen Corona in diesem Jahr auf dem Trockenen sitzen bleiben, so ist jetzt klar: Die hessischen Frei- und Hallenbäder dürfen wieder öffnen. Und das offiziell sogar schon vom kommenden Montag (15.06.2020) an. In den Freibädern in Frankfurt gelten besondere Corona-Regeln. 

Die entsprechende Freigabe erteilte am Mittwoch die hessische Landesregierung. Allerdings müssen sich die Königsteiner noch ein wenig länger gedulden, bis sie in der Kurstadt wieder ein- und abtauchen können.

Königstein: Bäder dürfen wieder öffnen - Unterschiedliche Öffnungszeiten

Wie am Mittwochnachmittag aus dem Rathaus verlautete, wird das Freibad im Woogtal am Montag, 22. Juni, öffnen. Das Kurbad soll von Montag, 6. Juli, an wieder für seine Gäste offenstehen - pünktlich zum Beginn der Sommerferien.

Dass die beiden Einrichtungen mit etwas Verzögerung aus der Corona-Zwangspause zurückkehren, ist den Vorbereitungen geschuldet, die noch getroffen werden müssen. Denn obschon das Land grünes Licht für die Wiederaufnahme des Badebetriebs gegeben hat, so ist der - wie so vieles andere an diesen Tagen - doch an einige Vorgaben geknüpft, die einzuhalten sind.

Bäder in Königstein wieder offen: Diese Corona-Regelungen sind zu beachten

Vor allem die vorgegebenen Hygiene- und Distanzregeln haben es in sich. Neben den 1,50 Metern, die man in diesen Tagen generell an Abstand zu seinen Mitmenschen halten sollte, knüpft das Land sein "Ja" zur Wiedereröffnung der Bäder an eine Vorgabe, die gravierenden, weil limitierenden Einfluss auf die Besucherzahl haben wird. Jeder Gast muss rechnerisch fünf Quadratmeter Platz haben - nicht nur auf der Liegewiese, sondern auch im Becken. 

Und genau da - also im Wasser - liegt die Herausforderung.Obschon mit 7000 Quadratmetern Grünfläche ausreichend Platz wäre, um 1400 Besucher zeitgleich ins Königsteiner Freibad zu lassen, so schrumpft diese Zahl beim Blick auf die zur Verfügung stehende Beckengröße doch erheblich zusammen.

Bäder in Königstein wieder offen: 750 statt bis zu 2000 Besucher

Rechnet man beides zusammen, so kommt die Stadt auf gerade mal 250 Besucher, die sich zeitgleich im beliebten Badeparadies aufhalten dürfen. Das ist ein sehr geringer Bruchteil von dem, was sich normalerweise an perfekten Sommertagen im Freibad tummelt. "An richtig heißen Tagen haben wir n 1800 bis 2000 Gäste im Bad", betont Hans-Joachim Tretschok, seit 36 Jahren Schwimmmeister im Woogtal.

Im Rathaus der Kurstadt hat man sich in den vergangenen Wochen denn auch intensiv Gedanken darüber gemacht, wie man trotz der geltenden Einschränkungen möglichst vielen Königsteinern eine Abkühlung verschaffen kann.

Königstein: Schichtbetrieb in Schwimmbädern - Das kostet der Badespaß zu Corona-Zeiten

Herausgekommen ist eine Art Schichtbetrieb, mit dessen Hilfe zumindest bis zu 750 Badegäste am Tag im Freibad schwimmen, planschen und sonnen können. Über den Tag verteilt auf drei Zeitfenster sollen sich jeweils maximal 250 Besucher zeitgleich für drei Stunden auf dem Gelände aufhalten dürfen. Sind die drei Stunden abgelaufen, wird das Bad komplett geräumt und desinfiziert, bevor nach einer einstündigen Pause die nächste Schicht eingelassen wird und ihre drei Stunden "ausbaden" kann. Natürlich nicht zum vollen Preis.

3,50 Euro wird jeder Badegast für sein Drei-Stunden-Ticket zu zahlen haben. Unabhängig davon ob Erwachsener, Jugendliche oder Kind. Eine preisliche Staffelung könne man leider nicht anbieten, erklärt Königsteins Erster Stadtrat Jörg Pöschl (CDU) im Gespräch mit unserer Zeitung. Der organisatorische Aufwand wäre schlicht zu groß. Schließlich werde man erstmals den Ticketverkauf wie auch das Buchen der Zeitfenster in diesem Jahr ausschließlich online abwickeln müssen. Pöschl: "Nur so werden wir die Besucherzahl regulieren und kanalisieren können."

In seiner Eigenschaft als Sportdezernent hat Pöschl in den vergangenen Wochen gemeinsam mit Markus Kempf und Saskia Sassen vom Immobilienmanagement der Stadt sowie Michael Schleicher und Timo Deutscher vom EDV-Team intensiv über dem Konzept und dem Online-Verkauf gebrütet. Und sie sind zuversichtlich, dass es funktionieren wird. Auch wenn der Badespaß zeitlich limitiert sein wird und man den Besuch über das Internet buchen muss.

Bäder dürfen wieder öffnen: Königstein und Wehrheim sind Vorreiter

Pöschl: "Natürlich müssen wir mit dem Konzept erst noch Erfahrungen in der Praxis sammeln. Sollte es an der einen oder anderen Ecke haken, werden wir natürlich nachjustieren. Gleiches gilt für den Fall, dass das Land seine Vorgaben verändert." Man sei hoffnungsvoll, so der Erste Stadtrat, dass die Königsteiner dafür Verständnis zeigen und es zu schätzen wissen, dass sie überhaupt ins Wasser dürfen. Denn selbstverständlich sei das in diesen Wochen keineswegs.

Nach Auskunft des Ersten Stadtrats sei es längst noch nicht in allen Kommunen ausgemacht, dass sie ihre Freibäder in diesem Sommer trotz der Corona-Auflagen öffnen werden. Königstein und Wehrheim seien da in gewisser Weise Vorreiter. Und dafür sei die Kurstadt auch bereit, noch mehr Geld zuzuschießen als sie das ohnehin schon Jahr für Jahr tut, um den Badebetrieb im Woogtal zu garantieren. Schieße die Stadt sonst rund 170 000 pro Saison zu, so rechne man in diesem Jahr mit einer Verdopplung der Aufwendungen. Verantwortlich dafür: Geringere Einnahmen, höherer Personalbedarf und steigender Verbrauch an Desinfektionsmittel.

Öffnung der Schwimmbäder: Kurbad-Konzept folgt bald

Das aber sollte es Königstein in diesem Jahr wert sein, meint auch Bürgermeister Leonhard Helm (CDU): "Mir ist vor allem wichtig, dass möglichst viele Königsteiner die Möglichkeit haben, ins Schwimmbad zu kommen. Gerade für Familien, die jetzt besonders belastet sind, ist das eine gute Abwechslung. Nicht alle können in den Urlaub fahren und unser schönes Bad bietet doch ein bisschen Urlaubsgefühl." Auch wenn man nicht wie sonst bis zu 2000 Gäste aufnehmen könne, mache die Stadt ihren Bürgern doch ein gutes Angebot. Damit das auch von Dauer sein könne, so der Rathauschef, sei jeder Gast für die Einhaltung der Regeln verantwortlich und sollte Rücksicht nehmen.

Gleiches gilt natürlich auch für die Badegäste, die vom 6. Juli an wieder das Kurbad besuchen können. Welche Vorgaben dort bezüglich Badezeit und Besucherzahl gelten werden, ist noch nicht ganz ausgemacht. "Das Badekonzept stellen wir noch gesondert vor", kündigt Kur-Geschäftsführer Thomas Rausch an. Fakt sei aber schon, dass sich die Besucher auf ein neues Lichtkonzept freuen dürfen.

Video: Freibäder öffnen wieder: Diese Corona-Einschränkungen gelten

Von Stefan Jung

Auch das Freibad in Birlenbach bei Limburg soll trotz Corona* wieder geöffnet werden, allerdings mit einigen Einschränkungen. Alle Informationen zum Coronavirus in Hessen in unserem Ticker.

Wenn in Rüsselsheim die Freibadsaison beginnt, werden Corona-bedingt die Abläufe in diesem Sommer* anders sein als gewohnt.

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare