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Zwischen zwei Welten

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Von: Andreas Hartmann

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Frank Bode ist Betriebswirt, katholischer Diakon – und verheiratet. Er darf taufen, predigen und beerdigen.

Der Königsteiner Frank Bode ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen guten Beruf als Controller bei der Frankfurter Hertie-Stiftung – aber er hat auch noch ein zweites, sozusagen geistliches Leben. Der 39-jährige studierte Betriebswirt darf seit seiner Weihe im Limburger Dom am vergangenem Wochenende auch taufen, predigen und beerdigen, fast alles also, was auch ein geweihter katholischer Priester normalerweise macht.

Gleichzeitig steht Bode mit beiden Beinen im Beruf und kann auch dort ein Ansprechpartner sein, etwa bei Krankheiten und Trauerfällen. Diakon-Kollegen arbeiten hauptberuflich beispielsweise bei der Mainova, als Arzt oder Lehrer. Für das Amt muss man mindestens 35 Jahre alt sein und eine mehrjährige Ausbildung machen. „Da lernt man beispielsweise, wie man Predigten schreibt“, berichtet Bode. Den Zeitaufwand vergleicht er mit dem eines Jugendtrainers im Sport.

Für die Gemeinde Maria Himmelfahrt in Königstein ist Bodes neues Amt jedenfalls eine Entlastung. „Bei uns sind aktuell zwei Seelsorgestellen nicht besetzt“, berichtet Bode. Gepredigt hat er am vergangenen Sonntag schon, taufen wird er wohl im Frühjahr erstmals, trauen frühestens im Herbst. Als Diakon, erklärt Bode, stehe er auf der untersten Stufe des Weiheamts, über ihm sind Priester und Bischöfe eingeordnet. Der Zölibat gilt für Diakone nicht, wenn sie zum Zeitpunkt der Weihe bereits verheiratet sind. Ob künftig auch Frauen zu dem Diakonsamt zugelassen werden, ist umstritten; im Vatikan wird grade heftig darüber debattiert.

Warum ist er diesen Weg gegangen? In seiner Jugend habe er einen sehr eindrucksvollen Diakon kennengelernt, berichtet Bode. „Irgendwann fragt man sich: Was zählt eigentlich im Leben? Schnelle Austos, schöne Reisen? Da muss es doch ein Mehr geben. Dass man vielleicht auch Menschen helfen will.“

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