+
Vom Philosophenweg aus hat man einen guten Blick auf die Elefantenanlage.

Königstein

Initiative „Phillosophenweg für alle“ in Königstein: „Wir sind keine Gegner des Opel-Zoos

  • schließen

Die Initiative „Phillosophenweg für alle“ in Königstein kämpft für den freien Durchgang durch das Tiergehege. Warum, erklärt BI-Sprecher Bernhard Bender im FR-Interview.

Die Bürgerinitiative „Philosophenweg für alle“ möchte verhindern, dass der bislang öffentliche Weg durch den Opel-Zoo geschlossen wird. Deswegen hat sie ein Bürgerbegehren angestrengt. In nur vier Wochen haben Bernhard Bender und seine Mitstreiter deutlich mehr als die 1230 nötigen Unterschriften gesammelt und im Königsteiner Rathaus abgegeben.

Herr Bender, was haben Sie gegen den Opel-Zoo?
Überhaupt nichts. Wir sind keine Gegner des Opel-Zoos. Ich habe sogar selbst eine Jahreskarte. Wir sind aber dagegen, dass der Philosophenweg als öffentliches Gut für die Interessen des Opel-Zoos eingezogen wird. Wir sind sicher, dass eine Koexistenz möglich ist.

Wenn Sie sich durchsetzen, bliebe ein Teil des Zoos weiterhin Tag und Nacht für jedermann frei zugänglich. Können Sie nicht nachvollziehen, dass die Zoo-Verantwortlichen das ändern möchten?
Aus wirtschaftlichen Überlegungen ist das sicher nachvollziehbar. Aber die Verantwortlichen wussten von Anfang an, dass sich der Zoo rechts und links des Philosophenwegs platziert. Es war nie die Rede davon, dass der Weg dem Zoo gehört.

Der Zoo bietet allen Kronbergern und Königsteinern einen einstündigen kostenfreien Durchgang an, der durch ein Chipsystem geregelt werden soll. Hinzu kommen vergünstigte Jahreskarten. Warum reicht Ihnen das nicht?
Ein Angebot, das den Philosophenweg betrifft, können aus unserer Sicht nur die Kommunen machen, auf deren Gemarkung dieser öffentliche Weg verläuft. Schließlich kommt es zu Einschränkungen für die bisherigen Nutzer. Aus unserer Sicht stellt sich eher die Frage, warum der Opel-Zoo den Menschen in Königstein nicht schon wegen der höheren Belastung durch Verkehr und Abgase einen Rabatt auf die Eintrittskarten gewährt.

Sie haben sehr schnell mehr als 1600 Unterschriften in Königstein gesammelt. Was hat die Menschen motiviert?
Die Menschen haben den Philosophenweg schon früher als direkte Verbindung nach Kronberg genutzt und wollen, dass auch ihre Kinder und Enkel ihn noch gehen können.

Aus Kronberg war bislang nur wenig Protest zu hören. Wie erklären Sie sich das?
In Königstein ist der Aktivismus womöglich etwas ausgeprägter. Wir haben sofort nach dem Stadtverordnetenbeschluss reagiert und angefangen, Unterschriften zu sammeln. Mit 1600 Unterschriften in nur vier Wochen haben wir einen neuen Spitzenwert für Königstein erzielt. Dazu kommen 129 Unterstützer-Unterschriften, darunter sehr viele aus Kronberg.

Die Stadtverordneten müssen nun entscheiden, ob aus dem Bürgerbegehren ein Bürgerentscheid wird. Was erwarten Sie?
Das ist offen. Ich hoffe aber sehr, dass die Gelbe Karte, die nun erneut gezeigt wurde, wirkt und die Stadtverordneten keine Entscheidungen über die Bürger hinweg treffen werden.

Sehen Sie die Möglichkeit, noch einen Kompromiss mit dem Zoo zu finden?
Es gibt ja schon lange den Vorschlag, den Philosophenweg nach Einbruch der Dunkelheit zu schließen, etwa von 22 bis 6 Uhr. Damit könnten wir gut leben. Und es wäre auch einfach umsetzbar. Der Opel-Zoo müsste dafür nur einen Schließdienst beauftragen. Leider verfolgt der Zoo seit Jahren eine Maximallösung.

Die Stadt Kronberg hat angekündigt, die Vereinbarung mit dem Opel-Zoo notfalls alleine umzusetzen. Dann wären die Vergünstigungen für die Königsteiner Bürger hinfällig. Hätten Sie dann nicht mit Zitronen gehandelt?
Das ist eine Drohgebärde, die auch die Königsteiner CDU in Reaktion auf die Aktivitäten der Bürgerinitiative aufgebaut hat. Zunächst bleibt abzuwarten, wie die Königsteiner Stadtverordentenversammlung auf das Bürgerbegehren reagiert. Falls Kronberg mit dem Opel-Zoo einen Alleingang machen sollte, wird dies sicherlich nicht ohne Reaktion aus der Bevölkerung bleiben. Wie immer diese dann ausfallen wird.

Interview: Torsten Weigelt

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare