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In Königstein steht die Bürgermeister-Wahl an.
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In Königstein steht die Bürgermeister-Wahl an.

Königstein

Vier kämpfen um die Stadt der Millionäre

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Bei der Bürgermeister-Wahl in Königstein treten vier Kandidaten an. Nach zwei klaren Wahlsiegen muss Amtsinhaber Leonhard Helm (CDU) nun um seinen Posten bangen.

Das Interesse ist groß. Wenn die vier Königsteiner Bürgermeisterkandidaten bei Podiumsdiskussionen aufeinandertreffen, tun sie das jedes Mal vor reichlich Publikum. Und auch die Beteiligung an der Briefwahl ist deutlich größer als vor sechs Jahren: Mehr als 1500 Bürger haben ihre Stimme bereits abgegeben.

Insofern ist es keine allzu gewagte Prophezeiung, dass es am kommenden Sonntag für Leonhard Helm (CDU) deutlich schwieriger wird, sich im Amt zu behaupten als bei seiner Wiederwahl vor sechs Jahren. Damals hatte er sich souverän gegen den parteilosen Musikmanager Michael T. Binder durchgesetzt. Helm erreichte mehr als 70 Prozent.

Bei seiner ersten Wahl 2006 hatte Helm für eine Überraschung gesorgt, als er sich als Außenseiter gegen die eigentliche CDU-Kandidatin durchgesetzt hatte. Inzwischen hat sich seine Partei hinter Helm versammelt, auch wenn dieser formal erneut als unabhängiger Bewerber antritt.

Allerdings macht ihm nun der Bündnispartner das Leben schwer. Dass die FDP, die gemeinsam mit CDU, SPD und Grünen im Stadtparlament zusammenarbeitet, einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt, hatte lange niemand auf der Rechnung. „Königstein soll wieder strahlen“, kündigt Ascan Iredi als Bewerber der Freien Demokraten an – und übt damit nicht nur indirekt Kritik am Amtsinhaber. Gleiches gilt für sein Versprechen, dass im Falle seiner Wahl „neues Denken und konsequentes Handeln“ ins Rathaus einziehen werde.

Für die Freien Demokraten ist die Burgstadt, die eine der höchsten Millionärsdichten Deutschlands aufweist, ein ganz besonderes Biotop. Bei der jüngsten Bundestagswahl schafften sie mit 25,7 Prozent der Stimmen eines der besten FDP-Ergebnisse in einer Kommune; in Königstein waren sie hinter der CDU die zweitstärkste Partei. Iredi möchte nun seinen Parteifreunden Stefan Naas und Mathias Geiger das Kunststück nachmachen, die es als FDP-Politiker in Steinbach und Eschborn auf den Chefsessel im Rathaus geschafft haben.

Derweil blickt die Fraktionsvorsitzende der Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK), Nadja Majchrzak (gesprochen: Maischak), lieber ins angrenzende Kelkheim. Dort stellt die „Schwesterpartei“ UKW seit zweieinhalb Jahren mit Albrecht Kündiger den Bürgermeister. ALK und UKW hatten sich einst gemeinsam im Kampf gegen den Ausbau der Bundesstraße 8 gebildet. Eine weitere Parallele: Seit der Kommunalwahl 2016 stellen beide Wählergemeinschaften die stärksten Fraktionen in ihren jeweiligen Stadtparlamenten. Die ALK erzielte damals 35,5 Prozent der Stimmen.

Ohne den Rückhalt einer Partei geht der vierte Bewerber, Winfried Gann, ins Rennen. Doch aus dieser Not möchte er eine Tugend machen: Als unabhängiger Bürgermeister könne er die Interessen der Bürger besser vertreten als seine parteigebundene Konkurrenz, wirbt der Geschäftsmann für sich.

Ein wichtiges Thema für die Bürger sind die Verkehrsprobleme in der Innenstadt und am Königsteiner Kreisel. Eine Patentlösung hat allerdings keiner der vier Bewerber vorzuweisen. Ähnliches gilt für die schon lange anstehende Sanierung des Kurbads.

Leonard Helm nimmt für sich in Anspruch, die Finanzen der Stadt so weit verbessert zu haben, dass dafür nun genug Spielraum vorhanden ist. Ascan Iredi möchte aus dem Kurbad ein „Zentrum für Gesundheit“ machen und Wolfgang Gann fordert „überlegtes Marketing und durchdachte Konzepte“. Nadja Majchrzak möchte zuvor die Bürger zur Zukunft des Kurbades befragen; die ALK hatte jüngst zudem gefordert, der Kreis solle sich finanziell für das hochdefizitäre Bad engagieren.

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