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So soll der neue Turm einmal aussehen.

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Königstein: Verein will Hardtbergturm durch Neubau ersetzen

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Vom Hardtbergturm könnten Besucher eine tolle Aussicht genießen - wenn er nicht gesperrt wäre. Ein Verein setzt sich für einen Neubau ein.

Von einem „traumhaften Blick“ an einem „sensationellen Standort“ schwärmt Hans-Dieter Hartwich (CDU). Und damit übertreibt der Mammolshainer Ortsvorsteher keineswegs: Im Süden die Mainebene samt Frankfurter Skyline, im Norden der Taunuskamm mit Altkönig und Großem Feldberg, dazu noch drei Burgen (Königstein, Falkenstein, Kronberg) und den Opel-Zoo - die Aussicht, die der Hardtberg zwischen Königstein und Mammolshain verheißt, dürfte im Rhein-Main-Gebiet ihresgleichen suchen.

Allerdings ist es derzeit eine Aussicht im Konjunktiv. Denn der Turm, von dem aus dieser Panoramablick möglich wäre, ist seit mehreren Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ein Metallgitter soll unbefugten Zutritt verhindern, aus dem gleichen Grund wurden die unteren zehn Stufen der stählernen Treppe abgesägt.

Wenn es nach Hans-Dieter Hartwich und seinen Mitstreitern vom Förderverein Hardtbergturm geht, soll sich das aber möglichst bald ändern. Ziel ist ein neuer Turm, der mit 27,5 Metern fast doppelt so hoch werden soll wie der alte und der mit seiner gezackten Krone und den an Fachwerk angelehnten Streben schon für sich ein Hingucker wäre. Der Turm habe das Zeug zum „neuen Königsteiner Wahrzeichen“, glaubt Hartwich.

1884wurde erstmals ein Turm auf der Kuppe des Hardtbergs errichtet. Das hölzerne Bauwerk war jedoch schon bald baufällig und musste abgerissen werden.

1899ließ der Taunusklub an gleicher Stelle als Ersatz einen eiserner Aussichtsturm bauen. Dieser wurde 1999 durch die Stadt Königstein saniert und auf 14,50 Meter erhöht.

Seit Dezember 2012ist der Hardtbergturm gesperrt, weil die Treppe stark korrodiert und die Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet ist. twe

Mit Kosten von 500 000 Euro kalkuliert der Verein, der einen Großteil des Geldes über Spenden einwerben will. Es gebe bereits einige positive Signale, betont Hans-Dieter Hartwich. Bis 2020 wolle man das Geld zusammenhaben und mit dem Bau beginnen, formuliert er als ehrgeiziges Ziel.

Zunächst habe man daran gedacht, den maroden alten Turm zu sanieren. Das wäre für geschätzte 75 000 bis 90 000 Euro auch deutlich günstiger zu haben gewesen. Allerdings seien die Bäume rund um den 14,5 Meter hohen Turm inzwischen so gewachsen, dass sie die schöne Aussicht behindern würden. „Der Blick wäre bloß noch in Richtung Frankfurt möglich, ansonsten würde man nur Wipfel sehen.“ Davon habe man sich durch den Einsatz eines Hubsteigers überzeugt.

Und die Möglichkeit, den Turm aufzustocken, gebe es nicht. „Die Statik ist ausgereizt“, erklärt Hartwich. Deshalb sei die Entscheidung gefallen, dass ein neuer und größerer Turm her müsse. Gedanken an eine Holzkonstruktion habe der Verein wiederum nach den Bränden des Frankfurter Goetheturms und des Atzelbergturms im benachbarten Kelkheim ad acta gelegt.

Als Bauherr des neuen Hardtbergturms fungiert die Stadt Königstein. Auch aus Sicht von Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) handelt es sich bei der Anhöhe im Wald um „einen tollen Standort“. Bislang seien im städtischen Haushalt 50 000 Euro für Planungskosten eingestellt. Über eine zusätzliche finanzielle Beteiligung müssten die politischen Gremien entscheiden. Helm hofft allerdings, dass die Stadt den einen oder anderen Zuschuss einholen kann. Dabei hat er etwa die Regionalparkgesellschaft im Blick, der Königstein vor kurzem beigetreten ist.

Der Hardtbergturm sei schließlich ein Bauwerk „für die gesamte Region“, wirbt auch Hans-Dieter Hartwich. Mehrere Rad- und Wanderwege führten über die Anhöhe; Ausflügler könnten die Bahnverbindungen bis Königstein oder Kronberg nutzen, um über den Hardtberg ihre Taunustour starten.

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