Königstein

Königstein will die Landesgartenschau

Bürgermeister Leonhard Helm überrascht mit Vorstoß. Und die ganze Stadt soll eingebunden werden.

Die Kurstadt Königstein will sich für die Landesgartenschau 2027 bewerben. Um die Bürgerinnen und Bürger über die Bewerbung zu informieren, wählte Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) einen eher ungewöhnlichen Weg.

Der Rathauschef hat am Donnerstag das Vorhaben in seinem vorweihnachtlichen Grußwort in einer Anzeigenzeitung angekündigt. Er erhoffe sich davon, dass die Königsteiner sich mit dem Gedanken beschäftigen, ihn erst einmal sacken lassen, bevor die öffentliche Diskussion einsetze. Deshalb habe er auch die politischen Gremien der Stadt noch nicht über seine Idee informiert. Dass das Für und Wider einer Landesgartenschau in der Kurstadt viel Diskussionsstoff berge, sei ihm bewusst. Und dieser Diskussion wolle er auch nicht aus dem Weg gehen.

Er sei nach einem ersten Gespräch mit Vertretern der Trägergesellschaft überzeugt, dass eine Landesgartenschau die Stadt voranbringen könne, schreibt der Bürgermeister – gerade auch als Klammer für zentrale Themen, die die Stadt anzugehen habe. Das beginne bei der Gestaltung der Innenstadt, schließe die Frage der künftigen Ordnung von Verkehrsströmen ein und reiche bis zur Sanierung des Kurbads. „Wir wissen zwar ungefähr, wo wir bei all diesen Themen hinwollen, uns fehlt aber eine Richtungsweisung – die könnte die Landesgartenschau bieten.“

Gehe es nach ihm, so würde er die Kernstadt komplett in das Projekt einbinden. Schon heute sei Königstein von großzügigem Grün geprägt. Hinzu kämen der Kurpark, die Adenaueranlage, das Woogtal oder der Burghain, den man zum Landschaftspark aufwerten könne. Und das ohne Zäune, ohne Kassenhäuschen, ohne das Erheben von Eintrittsgeldern. Damit gingen zwar Einnahmen verloren, aber auch der finanzielle Aufwand bei der Schaffung der Infrastruktur und Personalbereitstellung verringere sich.

Helm denke auch an eine moderne Seilbahn, die die Stadtmitte mit dem Opel-Zoo und Kronberg verbinden und „viele Verkehrsprobleme“ lösen könne. Das koste Geld, das wisse er, genauso wie um den Umstand, dass die Landesgartenschauen auch in anderen Bundesländern zuletzt vor allem eines waren: Zuschussgeschäfte.

„Die finanziellen Fragen kann man natürlich aus unterschiedlichen Blickwinkeln bewerten“, sagt der Bürgermeister. Lange genug habe man mit Sparsamkeit, aber auch mit den Steuern der Bürger den städtischen Haushalt saniert und so „die Voraussetzungen für mutige Zukunftspolitik geschaffen“. Ein Ja zur Landesgartenschau könne da das nötige Signal sein.

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