Königstein

Königstein: Bürgerentscheid zum Philosophenweg verschoben

Der Bürgerentscheid über den Philosophenweg in Königstein ist verschoben worden. Durch die Coronagefahr sei es nicht möglich, die Königsteiner umfassend zu informieren, sagt der Bürgermeister.

Der für den 26. April angesetzte Bürgerentscheid zum Philosophenweg in Königstein wird verschoben. Dies teilte Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) nach Rücksprache mit den Vertrauensleuten des Bürgerbegehrens mit. In Anbetracht der Corona-Pandemie und der geltenden Bestimmungen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens sei die Absage erforderlich. „Die beteiligten Parteien können die Königsteiner nicht im angemessenen Umfang über ihre Positionen informieren, größere Versammlungen dürfen nicht stattfinden, und auch die Organisation des Wahlvorgangs steht infrage.“ Wann der Bürgerentscheid nachgeholt werden soll, könne man noch nicht sagen.

Das hessische Kommunalwahlgesetz sieht vor, dass ein Bürgerentscheid binnen sechs Monaten nach der Feststellung der Zulässigkeit des vorgeschalteten Bürgerbegehrens erfolgen muss. Das Königsteiner Stadtparlament hat die Zulässigkeit Anfang November konstatiert.

Zwar werden die Wähler nicht direkt darüber abstimmen können, ob der Philosophenweg als öffentlicher Weg erhalten bleibt oder nicht. Da hat die Stadt Kronberg, auf deren Gemarkung sich das betreffende Stück befindet, wohl das gewichtigste Wörtchen mitzureden. Die Kurstädter sollen mit ihrem Kreuzchen aber bekennen, ob sie wollen, dass ein Votum des Stadtparlaments über den Abschluss städtebaulicher Verträge mit Kronberg und dem Opel-Zoo aufgehoben wird oder nicht. Die Verträge würden den Königsteinern ein Durchgangsrecht sowie Vergünstigungen einräumen. Befürworter sehen in dieser Lösung die einzige Chance, für die Bewohner der Kurstadt noch etwas herauszuholen. Verzichte man darauf, würden Kronberg und der Zoo im Alleingang die Schließung des Weges durchziehen.

Was sagen die Initiatoren des Bürgerentscheids?

Die Initiatoren des Bürgerentscheids sehen das anders. Sie fordern Nachverhandlungen mit der Nachbarstadt und dem Tierpark, um den Weg offenzuhalten. Das ist auch die vorherrschende Meinung beim BUND Königstein-Glashütten. Die Umwelt- und Naturschützer fordern einen „Philosophenweg für alle“.

Die BUND-Ortsvorsitzende Cordula Jacubowsky sieht sich gut mit Argumenten gewappnet. Im Bebauungsplan heiße es beispielsweise, der Opel-Zoo brauche ein „zusammenhängendes Betriebsgelände mit einer arrondierten, geschützten Außengrenze“. Es gebe aber auch andere Zoos, die von Wegen getrennt werden, sagt Jacubowsky, etwa in Berlin durch den Landwehrkanal. Eine gesonderte Durchgangslösung für Königsteiner am Philosophenweg sieht sie ebenfalls kritisch. Für viele Gruppen wie Gäste von Königsteinern oder Besucher mit Fahrrad würde sie nicht gelten, zudem wäre der Weg abends und nachts zu. Zu den Zielen des BUND zählt die Beibehaltung des Status quo, wobei er sich bei einer eventuell nötigen Schließung zur Nachtzeit kompromissbereit zeigen würde. (dsc/sj)

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