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Kehrtwende nach Weihnachten

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Stadt will nach dem Aus für den Verkehrsversuch Ideen sammeln

Königstein - Nach den Weihnachtsferien sollen die Busse in der Stadtmitte wieder gegen den Uhrzeigersinn um die Konrad-Adenauer-Anlage kreisen. Das hat die Stadt jetzt angekündigt. War die Fahrtrichtung seit April testweise auf rechts gedreht worden, so geht es künftig wieder linksherum. Damit sollte der von Beginn an heftig umstrittene Verkehrsversuch voraussichtlich im Januar 2023 seine Endstation erreichen. Die Verwaltung folgt damit einem Beschluss, den das Stadtparlament jüngst mit knapper Mehrheit beschlossen hat. Während in den vergangenen Tagen zumindest in den sozialen Medien die Stimmen derer überwogen, die diese Entscheidung begrüßten, ist Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) nach wie vor davon überzeugt, dass das Zurückdrehen ein Rückschritt für die Kurstadt ist. „Alle Fachleute, die mit dem Verkehrsversuch befasst sind, bedauern diese Entscheidung sehr“, unterstreicht der Verwaltungschef. Auch aus der Öffentlichkeit hätten ihn zuletzt einige Stimmen erreicht, die kein Verständnis für das von ALK und FDP getragene Votum gegen den Verkehrsversuch haben. Helm: „Wir sahen den Versuch auf einem guten Weg und wollten gerne zusammen mit dem beauftragten Planungsbüro weitere Erkenntnisse gewinnen, indem wir die Schwachstellen aufdecken und Veränderungen austesten können. Stattdessen stehen wir jetzt wieder am Anfang.“ Und vor der „großen Schwierigkeit“, die Bushaltestellen in der Stadtmitte barrierefrei umzubauen.

Während fast alle Haltestellen der Stadt inzwischen barrierefrei seien, fehlten „gerade die wichtigen der Stadtmitte“ noch. Erst die Verkehrsdrehung und die Verlagerung der Haltestellen auf die zur Adenauer-Anlage hin gelegene Seite der Georg-Pingler-Straße habe den Umbau für den behindertengerechten und kinderwagenfreundlichen Ein- und Ausstieg möglich gemacht. Mit dem Rückbau gehe diese Lösung jetzt wieder verloren.

Was die „kreativen Lösungen“ angeht, die nicht zuletzt die FDP eingefordert hatte, verweist der Rathauschef auf Nachfrage auf die verkehrstechnischen Realitäten, die der Kreativität zumeist enge Grenzen setze. Um doch noch einen Weg auszuloten, Wunsch und Wirklichkeit zusammenzubringen, will die Stadt für die nächsten Wochen zu einem eintägigen Workshop zur Ideenfindung einladen. Mitglieder des Magistrats, Vertreter des Bauausschusses, Geschäftsleute, Bürger, Verkehrsplaner, der Verkehrsverband Hochtaunus und andere Beteiligte sollen daran teilnehmen. sj

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