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Knigge für Hundeführer

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Von: Olaf Velte

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Hinweisschilder sollen besonders Hundehalter aufklären.
Hinweisschilder sollen besonders Hundehalter aufklären. © Martin Weis

Hundehaufen auf Wiesen, die der Gewinnung von Futter dienen? Stadt, Landwirtschaft und Naturschützer wollen gegen Auswüchse in Feld und Flur vorgehen.

Ortstermin im Streuobstbezirk von Ober-Erlenbach. Früher Morgen, und unablässig ziehen Hundehalter mit ihren Lieblingen hinaus in die frostige Feldflur. Gesittet geht es zu – was jedoch nicht immer der Fall ist. Gemeinsam mit Landwirten, Naturschützern, Jägern und Förstern will Bad Homburgs Bürgermeister Karl Heinz Krug aufklären und Auswüchsen vorbeugen.

„Der Feldbereich wird von vielen Menschen als Freiraum gesehen“, sagt Ober-Erlenbachs Ortslandwirt Georg Kopp. Dort dürfe der Hund auch mal von der Leine und sich nach Gutdünken austoben. Keine Seltenheit seien auch Autofahrer, die Gemarkungswege als willkommene Ausweichrouten nutzten. Im Gebiet „Wingert“ komme es während der Erntezeit zu Obstdiebstählen. Alles Vorkommnisse, denen mit einer Aufklärungskampagne begegnet werden soll.

Das Amt für den ländlichen Raum hat vor einem Jahr seinen Flyer „Der Feld- und Flur-Knigge“ in Umlauf gebracht. Darin geht es um Themen, die der Landwirtschaft in zunehmendem Maße zu schaffen machen. „Die Bindung zur Natur geht allgemein verloren“, so Amtsleiter Karl-Heinz Heckelmann.

Für viele Hundefreunde sei es kein Problem, wenn die Vierbeiner sich im Wiesengrün erleichterten oder dem Wild nachsetzten. Kopp: „Dass Futter- und Lebensmittel verunreinigt werden, ahnen viele gar nicht.“ Man wolle die Leute nicht aus der Gemarkung vertreiben, aber für die bäuerlichen Belange sensibilisieren.

Fünf Themen-Schilder hat der Hochtaunuskreis nun produzieren lassen. Sie sollen von den Ortslandwirten in stark frequentierten Gemarkungsteilen aufgestellt werden. Das Info-Material, so Heckelmann, komme auch in Schulen, Tierarztpraxen und Hundeschulen zum Einsatz. „Es herrscht oft große Unwissenheit.“

Günter Busch, Stadtförster von Bad Homburg, ist skeptisch, ob die Aktion zum Ziel führt. „Die Zahl der Freizeit-Hunde hat enorm zugenommen.“ Im Hardtwald herrsche zum Beispiel Leinenzwang. Wie die Kollegen weiß er aber auch, dass Verbote wenig bringen. Das Gespräch sei oft hilfreicher. Mit Beginn des kalendarischen Frühlings will Bürgermeister Krug in den umkämpften Fluren Zeichen setzen. In den Feldrandlagen soll es ruhiger zugehen. „Die Stadtpolizei wird künftig stärker kontrollieren, wer die Gemarkungswege mit dem Auto nutzt.“ Unbefugten drohen Verwarnungsstrafen.

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