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Mal knapp, mal wortreich

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Von: Detlef Sundermann

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Yvonne Dettmar spricht mit Besuchern über Pausen und Gott.
Yvonne Dettmar spricht mit Besuchern über Pausen und Gott. © müller

Auf der Raststätte Taunusblick verteilt die evangelische Kirche Tee und Brötchen - und sucht das Gespräch mit Reisenden.

"Mach mal Pause“, mit diesem Slogan warb einst ein Hersteller koffeinhaltiger Brause. Einen ähnlich belebenden Effekt erhoffte sich am Sonntag die Evangelische Kirche in Hessen-Nassau (EKHN) mit ihrer Aktion „Pause machen“ auf der Autobahnraststätte Taunusblick an der A5. Statt Cola gab es Tee und Brötchen gratis vor dem Eingang des Restaurants. Im Vordergrund jedoch sollte das Gespräch stehen.

Sinnsprüche zum Thema Pause

Mit den Worten „Guten Morgen. Ein Gruß der evangelischen Kirche“, wurde den Besuchern das Faltblatt „Von Gott reden an ungewöhnlichen Orten“ entgegengehalten, das Sinnsprüche zum Thema Pause enthielt. Keine seltene Reaktion: Freundliche Ablehnung und ein verdutzter Blick, dem man die Frage ansah: „Was sucht die Kirche hier?“

Mit der Aktion „Von Gott reden an ungewöhnlichen Orten“ wolle die Kirche ein altes Prinzip aufnehmen, indem sie sich an Orte begebe, wo Menschen sich aufhalten, erläuterte Bildungsreferentin Yvonne Dettmar die Idee. Im Juni etwa war das Kirchenteam auf einem Flohmarkt in Usingen. Die Resonanz der Menschen sei sehr positiv gewesen. „Bei uns hat sich auch ein anderes Bild von den Besuchern des Marktes eingestellt“, sagte die Theologin. Den Menschen gehe es keineswegs nur um die Schnäppchenjagd, sondern auch darum, andere zu treffen.

Dem Autobahnrasthof Taunusblick komme eine ähnliche Funktion zu, zumindest am Sonntagvormittag, sagte Dettmar. Mit Familie oder Bekannten kehre man dort zum Frühstück oder Brunch ein. „Es ist wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagte die Referentin.

Den Anstoß gaben die an der Aktion beteiligten Kirchenvertreter mit der Frage: Sind Sie auf der Durchreise? „Bei einem Ehepaar, das sich zuvor in Essen fürchterlich verfahren hatte, entwickelte sich die Unterhaltung zu einem erbaulichen Gespräch“, erzählte Dettmar.

Während eine Gruppe Motorradfahrer im gestandenen Alter am Tee nippend nur knapp von ihrem Ziel im Schwarzwald berichtete, öffnete ein Mitglied einer Reisebusgruppe sich wortreich gegenüber Yvonne Dettmar. „Seit fünf Jahre habe ich keinen Urlaub gemacht. Heute will ich nichts tun und mich nur bedienen lassen“, erzählte er. Nach einer Weile hupte der Busfahrer. Die Reisegesellschaft aus Gießen drängte es nach Frankfurt zum Sightseeing.

Die Kirchenmänner und -frauen wendeten sich anderen Besuchern zu. „Wie wichtig ist Ihnen eine Pause“, begann einer gegen den herüberwehenden Lärm der Autobahn ein neues Gespräch.

„Dem Himmel ein Stück näher“ heißt es bei der nächsten Aktion am 20. März 2011 auf dem Feldberg.

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