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Früher  Bürgerschule, heute Grundschule Mitte
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Früher Bürgerschule, heute Grundschule Mitte

Oberursel

Von der Knabenschule zum Gymnasium

Vor 150 Jahren stieg die Stadt in die höhere Bildung ein. Inzwischen hat sich Oberursel zum Schulstandort entwickelt.

Von Jürgen Streicher

Mit dem Attribut Schulstandort schmückt vor allem Bürgermeister Hans-Georg Brum „seine“ Stadt gerne. Von der Grund- bis zur Hochschule kann Oberursel auch inzwischen einiges bieten.

Zwar gab es schon im 16. Jahrhundert eine Lateinschule des bekannten Pädagogen, Dichters und Humanisten Erasmus Alberus. Doch der eigentliche Aufsteig zum Schulstandort begann vor 150 Jahren mit der Gründung der „städtischen Realschule für Knaben“: Was am 3. November 1862 im „Realbauernhof“ startete, war sozusagen die Vorgeschichte des heutigen Gymnasiums, das passend zum Jubiläum einen gewaltigen Neubau-Komplex bekommt.

Die schulische Neuzeit begann also parallel zur Industrialisierung der Stadt im heutigen Wohnhaus Schulstraße 22. Mit der Bürgerschule mit ihrer klassizistischen Fassade einen Steinwurf entfernt, jetzt die Grundschule Mitte , wurde die Realschule 1876 zur „Vereinigten Volks- und Realschule“.

Der Status einer „Höheren Schule“ blieb dem Konstrukt aber lange verwehrt. Die obersten Schulbehörden verweigerten dies, mehr als „Höhere Bürgerschule“ war lange nicht drin. Erst als Bürgermeister Josef Füller 1908 auf Wunsch der Stadtverordneten in einer Denkschrift für eine „Vollanstalt“ warb, wendete sich das Blatt in Richtung einer neunklassigen Oberrealschule.

Es war der Meilenstein zum Schulstandort. Oberursel wollte mehr als nur Industriestadt sein und forcierte durch Ausweisung von Villenvierteln den Zuzug Auswärtiger. Die begüterten Familien, heute diejenigen, die ihre Kinder gerne auf die International School oder die Waldorfschule schicken, sollten durch das passende Schulprofil angelockt werden. Gleichzeitig sollte es weniger begüterten Familien durch Kostensenkung und Wegfall der Fahrkosten ermöglicht werden, ihre Kinder auf eine höhere Schule zu schicken. Im Oktober 1911 wurde am „Liebfrauenbirnbaumweg“ der Grundstein für das heutige Gymnasium gelegt.

Im Februar 1913 war Einweihung. Das Gebäude mit neun Klassenräumen war für 290 Schüler vorgesehen, doch nur 101 Knaben besuchten an Ostern die Realschule i. E. (in Entwicklung). Die Anerkennung als Oberrealschule erfolgte erst 1916. Fast gleichzeitig wurde auch die Städtische Höhere Mädchenschule in der heutigen Polizeistation als Lyzeum anerkannt. Es wurde 1931 aus finanziellen Gründen aufgelöst, die Mädchen waren zum Teil schon seit den 20er Jahren an die Liebfrauenstraße übergesiedelt. Noch 1936 war es die „Städtische Oberschule für Jungen“, erst 1954 wurde daraus das „Realgymnasium“.

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