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„People for Future Hochtaunus“ halten jeden Freitag eine Mahnwache vor dem Oberurseler Rathaus ab.

Hochtaunus

„Klimaschutz heißt nicht Verzicht“

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Die „People for Future Hochtaunus“ unterstützen die weltweiten Schülerproteste mit wöchentlichen Aktionen vor Ort.

Kleine Pflänzchen hat Gabriela Keil aus ihrem Garten mitgebracht und verteilt sie gemeinsam mit Cornelia Kuhn in der Oberurseler Fußgängerzone. Oregano, Lavendel und Erdbeersetzlinge können sich die Passanten am Stand der „People for Future Hochtaunus“ mitnehmen. Sie wolle deutlich machen, dass jeder etwas tun könne, um den Klimawandel zu begrenzen, sagt Gabriela Keil. „Klimaschutz heißt nicht Verzicht“, betont die 46-Jährige, die sich seit Anfang September in der „People for Future“-Gruppe engagiert.

Es gehe ihnen um eine Unterstützung der „Fridays for Future“-Bewegung, ergänzt Cornelia Kuhn. Ziel sei es, bei den Mitbürgern ein Umdenken zu bewirken und den Druck auf die Politik zu erhöhen, etwas für den Klimaschutz zu tun.

Deswegen baut die Gruppe seit einer Weile jeden Freitag eine Mahnwache vor dem Oberurseler Rathaus auf und hat mitgeholfen, die Demonstration zum globalen Klimastreik in der vergangenen Woche in Bad Homburg mit zu organisieren. 200 Menschen habe man dazu erwartet, schildert Ilonka Karl, am Ende seien 1000 gekommen. Und das, obwohl es parallel die große Kundgebung in Frankfurt gab.

Ilonka Karl war es, die den Anstoß für eine „People for Future“-Gruppe im Hochtaunuskreis gegeben hat. Als Mutter von zwei Kindern habe sie Angst um deren sichere Zukunft, beschreibt die 51-Jährige ihre Motivation. Zudem habe sie in Internetdiskussionen mehrfach die Ignoranz von Klimawandelleugnern erlebt und könne als Naturwissenschaftlerin auch nicht nachvollziehen, wie das Thema von der Politik behandelt wird, sagt die studierte Zellbiologin.

Um Mitstreiter zu finden, setzte sich Ilonka Karl mit der bundesweiten „Parents for Future“-Bewegung in Verbindung und eröffnete eine lokale Gruppe auf Facebook. Um auch Menschen ohne Kinder im schulpflichtigen Alter anzusprechen, habe man sich schließlich in „People for Future“ umbenannt.

Zunächst habe sich die Gruppe auf Oberursel beschränkt, inzwischen seien aber auch Unterstützer aus Bad Homburg und dem Usinger Land hinzugekommen. Den Kern bilde derzeit noch „eine Handvoll Aktiver“, räumt Ilonka Karl ein. Bei Aktionen könne man aber auf weitere Helfer zählen.

Ziel sei nicht nur eine allgemeine Wende in der Klimapolitik. Auch vor Ort wolle man die Politik antreiben, mehr zu tun. So fordern die „People for Future“ vom Hochtaunuskreis und seinen Kommunen, Klimaschutzmanager einzustellen und den Klimanotstand auszurufen. Der Klimaschutz müsse künftig bei allen Entscheidungen Priorität genießen, betont Ilonka Karl.

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