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Kleine Vorteile, große Gefahren

Das neue Bündnis webt kein Ruhmesblatt in die lange Geschichte der hiesigen Sozialdemokratie. Ihr politisches Profil wird weiter verwässern. Doch der etwas größere Einfluss auf die örtliche Sozialpolitik ist diese Gefahr wert.

Von Klaus Nissen

Zum ersten Mal seit dem Abgang des SPD-Landrats Werner Herr anno 1979 dürfen Sozialdemokraten im Hochtaunus mitbestimmen, wo es langgeht. „Opposition ist Mist“, sagt ihr Spitzenfunktionär Manfred Gönsch seit Jahren bei jeder Gelegenheit. Jetzt hat der Jurist aus Steinbach die Aussicht, in etwa zwei Jahren als hauptamtlicher Kreisbeigeordneter einige sozialdemokratische Ziele zu verwirklichen.

Doch es gibt keinen Grund zu feiern. Die Hochtaunus-SPD hat ihren Machtzuwachs nicht den Wählern zu verdanken. Die gaben ihr am 27. März 3,5 Prozentpunkte weniger als 2006. Jetzt sind die Grünen zweitstärkste Kraft. Sie hätten gern mit der CDU eine Koalition gebildet. Doch für Jürgen Banzer ist es komfortabler, mit Wahlverlierern zu koalieren. Die können nicht so hohe Ansprüche stellen. Sie müssen zum Beispiel hinnehmen, dass der ungeliebte FDP-Mann Wolfgang Müsse noch zwei Jahre Vize-Landrat bleibt. Die Grünen hätten so ein Zugeständnis nicht nötig.

Das neue Bündnis webt kein Ruhmesblatt in die lange Geschichte der hiesigen Sozialdemokratie. Ihr politisches Profil wird weiter verwässern. Es wird viele Gelegenheiten geben, sich bei der Mitregentschaft im zunehmend klammen Landkreis zu blamieren.

Doch der etwas größere Einfluss auf die örtliche Sozialpolitik ist diese Gefahr wert. Der große Wurf ist eh nicht mehr drin. Absolute Mehrheiten oder Koalitions-Führerschaften erst recht nicht.

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