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Klavierstunden für alle

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Schon vor Beginn des Herbstsemesters haben sich bereits 27 Interessenten für Kurse gemeldet, davon zwölf Kinder für Musikkurse.
Schon vor Beginn des Herbstsemesters haben sich bereits 27 Interessenten für Kurse gemeldet, davon zwölf Kinder für Musikkurse. © ddp

Marvin möchte gerne Klavier spielen lernen. Doch seine Eltern verdienen zu wenig Geld, können sich das finanziell nicht leisten. Deshalb greifen sie auf die Gutscheine für Geringverdiener zurück. So kann Marvins Talent doch noch gefördert werden.

Von Martina Propson-Hauck

Marvin möchte gern Klavier spielen lernen, doch das Einkommen der Familie reicht nur für einen Musikkurs aus. Auch wenn Marvins Name geändert ist, so ist sein Fall doch Realität. Der Junge bekommt ab September nun doch Klavierunterricht bei der Volkshochschule (VHS). Und auch das Kind, das vom Geigenunterricht abgemeldet wurde, weil der Vater arbeitslos wurde, kann weiter spielen. Möglich machen das die Gutscheine für die VHS, die zusammen mit dem Homburg Pass seit Ende Mai an Familien mit geringem Einkommen ausgegeben werden.

Jedes Familienmitglied kann damit zwei Semester lang einen VHS -Kurs für nur 20 Prozent der regulären Gebühr besuchen. Für Marvins Eltern bedeutet das, dass sie statt 58 Euro im Monat für die Klavierstunden nur 11,60 Euro bezahlen müssen. Das ist erschwinglich und schließt den Jungen nicht länger davon aus, sich seinen Fähigkeiten entsprechend zu entwickeln.

Das neue Angebot der Stadt wird nach Auskunft der VHS-Leitung sehr gut angenommen.

Instrumente werden knapp

Schon vor Beginn des Herbstsemesters haben sich bereits 27 Interessenten mit Homburg Pass für Kurse gemeldet, davon zwölf Kinder für Musikkurse. Die Leihinstrumente, die den Kindern aus einkommensschwachen Familien kostenlos zur Verfügung gestellt werden, reichen schon jetzt nicht mehr aus. Deshalb will die Stadt nun weitere Instrumente für Kinder anschaffen. Dankbar wäre Musikschulleiterin Anette Dopatka auch für Spenden, etwa Geigen oder Gitarren in Kindergröße, die vielleicht ungenutzt zu Hause liegen. Das Herbstsemester der VHS beginnt am 13. September, das neue Programm liegt bereits überall aus. Im vergangenen Halbjahr haben genau 11.168 Teilnehmer 1158 Kurse besucht. Finanziert werden sie zu 70 Prozent durch die Gebühren der Teilnehmer, den Rest zahlen die beteiligten Städte und das Land. Neu ist eine Kooperation mit der VHS Oberursel bei den EDV-Kursen: Man kann sich dafür sowohl in Bad Homburg als auch in Oberursel anmelden.

„Die Kulturinstitutionen müssen näher zusammenrücken“, sagte Geschäftsführerin Simone Farys-Paulus gestern bei der Vorstellung des neuen Programms. Kooperationen gibt es deshalb auch mit der Altana-Stiftung zu Ausstellungen im Sinclair-Haus.

Auch an der ersten interkulturellen Woche des Hochtaunuskreises Anfang Oktober beteiligt sich die VHS mit einer von Ex-Oberbürgermeister Wolfgang Assmann moderierten Diskussion zur Vielfalt muslimischen Lebens in Deutschland.

Kontakt für Instrumentenspenden unter Telefon: 06172 / 23006

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