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Trouble in der Friedrichsdorfer SPD: Fraktionschef Kielbassa wirft das Handtuch.
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Trouble in der Friedrichsdorfer SPD: Fraktionschef Kielbassa wirft das Handtuch.

SPD Friedrichsdorf

Kielbassa wirft die Brocken hin

  • VonJürgen Streicher
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Heftige Turbulenzen in der SPD Friedrichsdorf: Fraktionschef Philipp Kielbassa gibt seinen Vorsitz ab und tritt gleich noch aus der Partei aus. Von Jürgen Streicher

Den kurzen Brief zum langen Abschied hat Philipp Kielbassa um kurz nach Mitternacht am frühen Donnerstagmorgen per Mail verschickt. Aufgrund "tiefer inhaltlicher und persönlicher Differenzen" zwischen Teilen der SPD-Fraktion und des Parteivorstandes und seiner Person erklärt er darin seinen sofortigen Rücktritt vom Amt des Fraktionsvorsitzenden. Auch die Fraktion wird er verlassen, sein Mandat im Stadtparlament will der 25-jährige Politikstudent aber behalten.

Wie tief das Zerwürfnis mit den bisherigen Parteifreunden ist, zeigt die Ankündigung, mit "sofortiger Wirkung" auch aus der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands auszutreten. Fast zehn Jahre gehörte er trotz seiner Jugend bereits dazu, im Abschiedsbrief dankt er den "zahlreichen Weggefährten" für "knapp 10 Jahre interessante und zum Teil erfolgreiche Zusammenarbeit". Namentlich erwähnt er etwa seinen Vorgänger Bernhard Hartwich, einige Fraktionskollegen, ehrenamtliche Magistratsmitglieder und Ortsbeiräte. Sein Stellvertreter Felix Klebe und die neue Parteivorsitzende und Bürgermeisterkandidatin Birgit Brigl kommen darin nicht vor.

"Zunehmende Entfremdung

Dass Kielbassa ein "erhebliches Problem" mit dem Ypsilanti-Kurs hatte, so politische Insider, ist bekannt. Schwerer aber wogen offenbar die internen Strukturen. Felix Klebe etwa schreibt in einer Pressemitteilung der Fraktion und des Parteivorstands zum Rücktritt von Kielbassa von einer "zunehmenden Entfremdung". Die politischen Differenzen seien "nicht mehr zu überbrücken" gewesen.

Kielbassa stand für einen einvernehmlichen Kurs in der Stadtpolitik mit der CDU/FWG-Mehrheit, sein Gegenkandidat Klebe bei der Kür des Nachfolgers von Bernhard Hartwich im November 2007, eher für Fundamentalopposition.

"So richtig rund lief das nicht", kommentieren politische Beobachter, auch die Bürgermeisterkandidatur von Birgit Brigl schmeckte Kielbassa eher nicht.

Dass er die Brocken hinwirft, kam für Kenner der politischen Szene Friedrichsdorfs nicht völlig überraschend. Wohl aber der Termin, denn am 15. März ist Bürgermeister-Direktwahl und ein Rücktritt in der Parteispitze zeugt zu diesem Zeitpunkt nicht von innerparteilicher Stabilität. Über den Vorsatz zu seiner "Persönlichen Erklärung", einem Spruch von Johann Gottfried Seume, mögen die Genossen noch viel nachsinnen:

"Wer nach meiner Überzeugung seine Pflicht getan hat,/ darf sich am Ende, wenn ihn seine Kräfte verlassen,/ nicht schämen, abzutreten."

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