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Keine schnelle Rückkehr zu G9

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Von: Olaf Velte

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Egal, wie lange es dauert – die Schulzeit bleibt immer unvergessen.
Egal, wie lange es dauert – die Schulzeit bleibt immer unvergessen. © Monika Müller

An den Schulen wird über die Gymnasialzeit diskutiert: G8, G9 oder eine Mischung aus beidem. Die Usinger Christian-Wirth-Schule fährt parallel.

Wir werden nicht aus dem Bauch heraus entscheiden“, sagt Heike Zinke bei der Frage nach der künftigen gymnasialen Ausrichtung. Wie der Schulleiterin des Bad Homburger Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums (KFG) geht es vielen Verantwortlichen in den Schulhäusern des Hochtaunuskreises. Wer das Abitur nach Klasse 12 auf den Weg gebracht hat, möchte oftmals keinen Schnellschuss mit der Rückkehr zu G9 wagen.

Am KFG werden in der kommenden Woche die Diskussionen zur Sache anlaufen. Heike Zinke spricht von einem „Findungsprozess“. Am Ende müsse die Gesamtkonferenz über den weiteren Weg ab Sommer 2014 beschließen. An der kurstädtischen Humboldtschule bleibt es auch bei acht Gymnasiumsjahren – zumindest in der auf die Sommerferien folgenden Schulsaison. „Ein sofortiger Wechsel“, so Leiterin Ursula Balser, „kommt nicht in Frage.“ Man habe ein feingefeiltes Förderkonzept eingeführt und setze weiterhin auf Kontinuität. Derzeit diskutieren Lehrer, Schüler und Eltern, wohin die Reise gehen soll: G8, G9 oder eine Mischung aus beiden Varianten.

Neuer Zweig an Privatschule

Während die Gesamtschule am Gluckenstein (GaG) ganz klar auf neun Jahre setzt, beginnt der berufsorientierte Gymnasialzweig an der privaten Maria-Ward-Schule nach der diesjährigen Sommerpause. Nach Auskunft des stellvertretenden Schulleiters Oliver Sieper wollen ungefähr 30 Schülerinnen nach dem Realschulabschluss noch drei Jahre weiterlernen, um die Hochschulreife zu erlangen.

Im Gymnasium Oberursel findet am heutigen Mittwoch ab 19.30 Uhr ein Elternabend zum Thema statt. Schulleiter Volker Räuber: „Wir stecken mitten in der Diskussion.“ G8 werde auch im kommenden Schuljahr gelten, für 2014/2015 seien aber Entscheidungen gefragt. Die Vor- und Nachteile, so Räuber, gelte es gut abzuwägen. An der Integrierten Gesamtschule Stierstadt (IGS) stellen sich diese Fragen noch nicht – die Einführung einer Profiloberstufe ist in Planung und wird frühestens ab August 2014 Gestalt annehmen.

Die Philipp-Reis-Schule (PRS) in Friedrichsdorf ist zum Abitur nach 13 Schuljahren zurückgekehrt. „Es ist von Vorteil, wenn die Schüler mehr Zeit für ihre Umwelt haben“, so Leiterin Martina Schilling. Die Erfahrungen mit G9 seien gut, und die Anmeldezahlen würden für sich sprechen. Vor einer flächendeckenden Rückkehr zur längeren Gymnasialzeit ist ihr nicht bange: „Mit unserem Profil stehen wir nicht in Konkurrenz.“

Absolut tragfähiges Konzept

In Usingen wird ab dem Sommer 2013 ein kreisweit einmaliges Programm gefahren: Die Christian-Wirth-Schule (CWS) bietet G8 und G9 parallel an. Ab der siebten Klasse entscheiden die Schüler über die jeweilige Länge ihrer Schuldauer. Es sei, so Fachlehrer Hans-Konrad Sohn, aufwendig zu organisieren, aber nicht unmöglich. „Ein Konzept, das absolut tragfähig ist.“

In der Kronberger Altkönigschule wird weiterhin die achtjährige Option gezogen. Laut Schulchef Stefan Engel werde derzeit aber diskutiert und nach einer Entscheidung gesucht, die inhaltlich begründet sei.

„G8 bleibt.“ Stephan Zalud, Direktor der privaten St. Angela-Schule, spricht für ganz Königstein. Auch Bischof-Neumann-Schule (BNS) und Taunusgymnasium kehren vorerst nicht zum alten Modell zurück. Die verkürzte Zeit habe sich bewährt, so Zalud. „Es gibt keine Unterschiede in den Ergebnissen.“ Zudem sei die aktuelle Diskussion dem Vorgeplänkel zur Landtagswahl in Hessen geschuldet und weitgehend unreflektiert. „Wir werden nur umsteigen, wenn es nachhaltig ist.“

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