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Keine Gefahr im Trinkwasser

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Kein Sturm im Wasserglas.
Kein Sturm im Wasserglas. © dpa

Entwarnung beim Forellenteich im Reichenbachtal: Keine besorgniserregende Werte gefunden.

Von Jürgen Streicher

Ein Schild, das auf die Entwarnung hinweist, hat niemand am Forellenteich im Reichenbachtal aufgestellt. So wenig, wie es eines gab, das eine Warnung anzeigte, als dort Schadstoffe im Schlamm gefunden wurden: Erhöhte Belastung durch Schwermetalle – Kadmium, Blei und Kohlenwasserstoffe. Nur ein bisschen Flatterband zum Absperren der Stelle am verlandeten kleinen Weiher. Im Trinkwasser- und Naturschutzgebiet nahe des Königsteiner Ortsteils Falkenstein.

Der Schlamm, der ausgebaggert werden sollte, liegt noch immer da, weil nicht entschieden ist, was mit ihm passieren soll. Auf Äsungsflächen im Wald ausbringen, wie ursprünglich gedacht, geht nicht. Eine Entscheidung treffen wolle das Regierungspräsidium „noch in diesem Jahr“, hieß es am Wochenende aus der Pressestelle in Darmstadt. Einen Grund für die besonders teure Verbrennung gebe es nicht. Entweder werde der getrocknete Schlamm auf einer Deponie gelagert oder etwa bei der Anlage eines Lärmschutzwalls verwertet.

„Die Botschaft ist, es geht keine Gefahr für das Trinkwasser aus“, so RP-Pressesprecher Gerhard Müller. Laut Gutachten nach Untersuchung des Schlamms auf spezielle Schadstoffe seien zwar bei Kadmium und Kohlenwasserstoffen „geringfügig über den Grenzwerten liegende Werte“ gemessen worden. Dies seien aber keine „besorgniserregenden Werte“. Der Bürgermeister von Königstein, Leonhard Helm (CDU), spricht gar vom „Sturm im Schlammglas, völlig ohne sachlichen Hintergrund“. Ohne den BUND und seine Hochtaunus-Vorsitzende Claudia Weiand wäre der Schlamm wahrscheinlich auch nie öffentlich erwähnt worden. „Aus unserer Sicht nichts Besonderes“, verteidigt Helm seine Nichtinformationspolitik, die vom BUND gerügt wird. Helm: „Es ist nicht gefährlich, man kriegt nur dreckige Füße.“ Die Naturschützer fürchten indes eine Anreicherung der Nahrungskette mit den Schwermetallen.

Ursache unklar

Die Frage nach der Herkunft der Schadstoffe ist indes weiterhin unbeantwortet. Der Zulauf sei unkritisch, heißt es aus dem Regierungspräsidium, laut Helm kommt selbst das Abwasser vom weiter oben bewirtschafteten Fuchstanz über Kanäle ins Tal. Dies habe auch für das frühere Pädagogische Institut im hinteren Reichenbachweg und das ebenfalls nicht mehr betriebene Altenheim Haus Raphael gegolten. Die vom BUND geforderte Untersuchung von Grund- und Trinkwasser im Gebiet um den Forellenteich wird es aufgrund der Bewertung mit „Keine Gefahr“ wohl nicht geben.

Um die Kosten der Entsorgung des belasteten Schlamms könnten sich Stadt und Hessen-Forst balgen. Der Weiher liegt zwar auf Königsteiner Gemarkung, der Weg zu ihm und das Weiher-Gelände aber gehören dem Staatsforst. Daher könne der Weg zum Weiher auch nicht einfach von der Stadt geschlossen werden, so Helm. Dies hatte der BUND gefordert, auch um zu verhindern, dass am Teich illegal Müll abgeladen wird.

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