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Keine Abi-Party wegen Brüssel

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Von: Andrea Herzig

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Kein Klamauk unter Trauerflaggen heißt es an einigen Schulen im Hochtaunus (Symbolfoto).
Kein Klamauk unter Trauerflaggen heißt es an einigen Schulen im Hochtaunus (Symbolfoto). © dpa

Nach den Anschlägen in Brüssel wehen die Fahnen an den Schulen auf Halbmast. In einigen Einrichtungen fällt daher die Entscheidung: Kein Klamauk unter Trauerflaggen. Abisprung und Party müssen verschoben werden.

Der Tag nach den Anschlägen in Brüssel war der letzte Tag der Abiturprüfungen an den Gymnasien. Auch an den Schulen hingen die Fahnen auf Halbmast, und dies änderte das Ablaufprogramm dieses letzten Tages der Prüfungen.

Allerdings gingen die Schulen unterschiedlich mit dem Thema um. Ganz klar war die Marschrichtung im Bad Homburger Kaiserin-Friedrich-Gymnasium. An der Schule gibt es einen symbolischen Abisprung aus dem Oberstufenturm, der nun erst nach der letzten mündlichen Prüfung im Juni stattfinden wird, wie Schulleiterin Heike Zinke mitteilt. Auch eine Spritzaktion muss verschoben werden.

Für die Pädagogin war es ganz klar, dass es kein Jubelspektakel „unter offizieller Trauerbeflaggung“ geben wird. „Das entspricht nicht unseren Werten“, sagt Zinke. Die Schulleitung habe das gestern mit dem Elternbeirat abgestimmt – und dann den Schülern mitgeteilt.

In der Humboldtschule in Bad Homburg ging man einen anderen Weg. Schulleiterin Ursula Balser setzte sich mit Sophie Merl zusammen, der Sprecherin des Abijahrgangs. Danach teilte Balser mit, es werde nicht gänzlich auf jede Feier verzichtet, aber diese werde modifiziert. Sie startete dann mit einer Schweigeminute für die Opfer der Brüsseler Anschläge und einer Ansprache von Jahrgangssprecherin Merl. Der Tenor dieses Verfahrens, so Balser: Man lasse sich vom IS-Terror nicht alles diktieren und bekenne sich zu seinem Verständnis von Freiheit und Leben.

In der Friedrichsdorfer Philipp-Reis-Schule hat die Schulleitung jegliche Feiern der Abiturienten auf dem Schulgelände untersagt. Das steht auf der Homepage der Schule. Der auch hier geplante Abisprung wird auf den 12. Mai verlegt, den vorletzten Schultag der Abiturienten.

Im Gymnasium Oberursel war auf dem Schulgelände keine besondere Aktion geplant. Traditionell verabreden sich die Abiturienten am Homm-Kreisel und ziehen dann auf die Heide. Eine große Party soll dies gestern jedoch nicht gewesen sein.

Wie sonst auch trafen sich viele Abiturienten im Jubiläumspark in Bad Homburg. Die Veranstaltung war bewusst nicht abgesagt worden. Jeder Schüler sollte selbst entscheiden, ob und wie er feiern wollte.

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