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Kein Durchbruch in Sicht

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Von: Fabian Böker

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Beim „Move & Groove“-Center geht die Diskussion weiter und weiter. Kritik gibt es vor allem an der Trendsporthalle. Die solle, hieß es bei der Sitzung des Beirates, von der Stadt ge- und an einen Betreiber untervermietet werden.

Bad Homburg, Bahnhof. Wer hier ankommt und nach draußen Richtung Innenstadt geht, blickt rechter Hand auf einen Imbisswagen und eine Filiale der Post. Dieses Erscheinungsbild soll sich eigentlich ändern: Seit Jahren geistert eine Idee durch die Stadtpolitik: Das „Move & Groove“-Center. Darin sieht die eine Seite den Gipfel des Angebots für Jugendkultur, die andere dagegen ein reines Prestigeobjekt der wiederum anderen Seite. Eine Lösung steht noch immer aus, und der laufende Wahlkampf machte die Sache nicht einfacher.

Es muss eine etwas merkwürdige Sitzung des Jugendbeirats in dieser Woche gewesen sein. Neben anderen Dingen stand auch das Thema „Move & Groove“ auf der Tagesordnung, allerdings als nichtöffentlich zu behandelnder Punkt.

Dabei ging es, wie im Nachhinein von Teilnehmern zu erfahren war, um einen Entwurf des Centers und ein Betreiberkonzept, vorgestellt von Sozialdezernent Dieter Kraft (Grüne). Im Mittelpunkt stand die geplante Trendsporthalle, die so gestaltet werden soll, dass sich die Nutzung jederzeit neuen aufkommenden Trends anpassen kann. Nach der Sitzung, heißt es, seien alle Unterlagen wieder eingesammelt worden.

Dieter Kraft ist noch immer optimistisch, was „Move & Groove“ angeht. Er ist davon überzeugt, dass das Projekt, für das 2010 ein erstes Konzept erstellt wurde, noch auf den Weg gebracht wird. Seiner Ansicht nach gibt es zwei Stellschrauben, an denen gedreht werden muss. Zum einen, so Kraft, liefen gerade die entscheidenden Verhandlungen mit einem Investor. „Da geht es vor allem um steuerrechtliche Dinge“, sagt er. Zum anderen warte man auf ein Signal der Post. Sobald die ausgezogen sei, „können wir mit dem Abriss beginnen“.

Bei der Postbank, die die Filiale betreibt, hört man das nicht gerne. Unternehmenssprecherin Iris Laduch-Reichelt berichtet von Mietverhandlungen, die weit gediehen seien: „Wir könnten noch in diesem Jahr in das Louisen-Center ziehen.“ Man unterstütze die Bemühungen der Stadt, das „Move & Groove“-Center zu realisieren. Aber noch wisse man nichts von einem gefundenen Investor.

Davon weiß auch Elke Barth, Vorsitzende der SPD Bad Homburg, nichts. Für sie hat sich das Projekt erledigt. „Da ist ja seit Jahren nichts passiert“, beklagt sie. Sie befürchtet, dass Kraft und Oberbürgermeister Michael Korwisi „das jetzt auf Biegen und Brechen durchziehen wollen“, auch wenn die Pläne längst nicht mehr realistisch seien.

Barth fragt sich, wieso man nicht die frühere Idee eines Jugendkulturbahnhofes wieder aufnehme. Dort, wo jetzt im Speicher ähnliche Veranstaltungen wie beispielsweise in der Englischen Kirche stattfinden, könne auch die Jugend eine Heimat finden, so Barth. Das sei „allemal zielführender als die Suche nach einem ominösen Investor, an den ich nicht mehr glaube“.

Jugendbeirat gespalten

Und die Jugend? Was will die? Der Jugendbeirat, heißt es dort, sei „grundsätzlich gespalten“, was die Frage nach „Move & Groove“ angeht. Die eine Hälfte halte das Konzept für sinnvoll, die andere sehe bessere Lösungen.

Für kritisch halte ein Großteil der Mitglieder vor allem die geplante Trendsporthalle. Die solle, hieß es diese Woche bei der Sitzung des Beirates, von der Stadt ge- und an einen Betreiber untervermietet werden.

Wichtiger sei den Jugendlichen aber das Kino und der Club. Darüber sei aber wenig bekannt, auch nach der diesmaligen Sitzung nicht. Da das Kino privatwirtschaftlich betrieben werden soll, fürchten die jungen Leute, dass der Preisgestaltung dann keine Grenzen gesetzt werden.

Alles in allem sei selbst der Standort für das Kino zweitrangig, ein zusammenhängendes Center müsse auch nicht sein, Hauptsache, es passiere jetzt überhaupt mal etwas.

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